Welt : Sex im Tierreich: Verliebte Jungs

Malin Ihlau

Vom Delfin bis zum Warzenschwein, Männchen wie Weibchen tun es mit Wonne. Von Großen Tümmlern - einer Delfinart, ist inzwischen bekannt, dass drei Viertel der Männchen in einer homosexuellen Gemeinschaft leben. Die weiblichen Delfine werden in der Befruchtungszeit vom Männchen begattet. Wenn es vobei ist, geht Flipper zurück zu seinem "Freund". Drei Viertel der Delfine leben in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Sex haben sie, indem sie sich gegenseitig mit den Flossenspitzen oder der Schnauze stimulieren. Lesbische Liebschaften bleiben ebenso kein Tabu: Weibliche Warzenschweine erregen sich gerne bei homoerotischen Spielchen. All dies hat der amerikanische Biologe, Bruce Bagemihl herausgefunden. In seinem Buch, "Biological Exuberance", untersucht er homosexuelles Verhalten bei über 450 Tierarten.

Bekannt ist tierische Homosexualität, speziell in Zoos, schon lange. Haupterklärung war, dass nur der Mangel an Partnern des anderen Geschlechts die Tiere in die Homosexualität treibe. Doch dies ist nach Bagemihls Studien eindeutig widerlegt: Bei wildlebenden Orang-Utans, Königspinguinen und anderen Tierarten etwa, konnte der Forscher keinerlei Mangel an Partnern konstatieren. Trotzdem ignorierten viele Weibchen und Männchen das andere Geschlecht.

Die Frage nach dem biologischen Sinn von Homosexualität im Tierreich ist bislang unklar. "Homosexualität ist in der Tierwelt nur ein Ausdruck der Spiel-und Experimentierfreude der Natur," schreibt der Biologe. Ob Flipper nun ein bewusstes "Coming-out" hatte, oder es nur eine "Sex-Übung" ist, da müssen wir uns noch ein wenig gedulden.

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