Sexuelle Belästigung : Volker Schlöndorff nimmt Dustin Hoffman in Schutz

Der deutsche Regisseur verteidigt Dustin Hoffman gegen den Vorwurf einer Praktikantin, sie beim Dreh zu seinem Film "Tod eines Handlungsreisenden" belästigt zu haben.

Regisseur Volker Schlöndorff (Archivbild).
Regisseur Volker Schlöndorff (Archivbild).Foto: dpa

Der Regisseur Volker Schlöndorff (78) hat Hollywood-Star Dustin Hoffman (80) gegen Sexismus-Vorwürfe einer früheren Praktikantin in Schutz genommen. „Ich hoffe, diese lächerliche Anklage nicht aufzuwerten, indem ich Dustin Hoffman zur Seite stehe“, schreibt Schlöndorff in der Wochenzeitung „Die Zeit“. Eine damals 17-jährige Praktikantin hatte Hoffman vorgeworfen, sie 1985 am Set von Schlöndorffs Film „Tods eines Handlungsreisenden“ sexuell belästigt zu haben.

Fast jeder am Set habe Hoffman, der 16 Stunden am Tag auf den Beinen gewesen sei, Fußmassagen gegeben. „Hat er sie beim Gang zum Auto auf den Po gehauen? Kann schon sein. Mehrmals? Sicher, weil sie jedes Mal zurückgehauen hat. Es war ein Spiel, auf das sie eingegangen ist, wohlgemerkt in Anwesenheit von Fahrern, Aufnahmeleitern“, erklärte Schlöndorff. „30 Jahre später hätte die Betroffene das richtig einordnen können, statt Dustin Hoffman einen „Raubvogel“ zu nennen.“

Der Kantinenclown

Während des Drehs sei Hoffman der „Kantinenclown“ gewesen: „Kein Scherz war ihm zu billig, um das Team zum Lachen zu bringen. Montag morgens war die Standardfrage: „Hattest du guten Sex am Wochenende?“ Und zwar nicht nur an junge Praktikantinnen, sondern auch an mich und jeden im Studio. Alle lachten darüber, nicht über die Frage, aber ihre ständige Wiederholung“, schreibt Schlöndorff in der „Zeit“. (dpa)

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