Sexueller Missbrauch : Viagra für einen Kinderschänder

Empörung in Frankreich: Ein Gefängnisarzt hat eingeräumt, einem Sexualstraftäter das Potenzmittel Viagra verschrieben zu haben. Der Mann war nach seiner Haftentlassung rückfällig geworden.

ParisWarum der Sexualstraftäter das Potenzmittel verschrieben bekommen hatte, blieb zunächst unklar. Der 61-Jährige war Anfang Juli entlassen worden und hatte anschließend einen fünf Jahre alten Jungen entführt und missbraucht, hieß es von der Staatsanwaltschaft. Bei der Festnahme des Mannes fand die Polizei bei ihm eine angebrochene Viagra-Packung. Der mutmaßliche Straftäter sagte, dass er das Medikament verschrieben bekommen habe. Der Arzt meldete sich anschließend freiwillig bei der Polizei.

Unterdessen empfing der französische Präsident Nicolas Sarkozy den Vater des missbrauchten Jungen. "Er hat mir versprochen, dass die Gesetze verschärft werden und solche Täter nie mehr entlassen werden", sagte Mustafa Kocakurt anschließend. Wenn es stimme, dass der Arzt dem Häftling Viagra verschrieben habe, dann solle er auch eingesperrt werden, sagte er.

Der Viagrafund bei einem bereits verurteilten Sexualstraftäter hatte in Frankreich Empörung ausgelöst. "Man gibt ihm die Waffen, um wieder von vorn anzufangen", sagte der Anwalt der Familie des Jungen, Emmanuel Rigilaire. Der homosexuelle Pädophile hatte seit 1975 drei längere Freiheitsstrafen abgesessen. Experten hatten ihn als gefährlich und kaum resozialisierbar eingestuft. Sarkozy wollte in einer Ministerrunde neue Maßnahmen im Kampf gegen Wiederholungstäter erörtern. (mit dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben