"Sexy Cora" : Der Arzt in Berlin hatte eine Behandlung abgelehnt

Nach dem Tod von "Sexy Cora" ermittelt die Staatsanwaltschaft Hamburg wegen fahrlässiger Tötung gegen die Klinik.

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Starb nach der Brustoperation. Carolin Wosnitza aus Pankow. Foto: dapd
Starb nach der Brustoperation. Carolin Wosnitza aus Pankow. Foto: dapdFoto: dapd

Der Tod der in Pankow geborenen Carolin Wosnitza, besser bekannt unter dem Künstlernamen „Sexy Cora“, ist jetzt ein Fall für den Staatsanwalt. Die Justiz in Hamburg ermittelt nach der Schönheitsoperation wegen fahrlässiger Tötung. Die Obduktion ergab nach Justizangaben vom Montagabend, dass die Erotikdarstellerin an Hirnlähmung starb. Es habe kein Herzfehler vorgelegen. Die Staatsanwaltschaft müsse nun die Ursache für die Hirnlähmung klären und werde dafür weitere Untersuchungen von Sachverständigen in Auftrag geben. Mit zusätzlichen Ergebnissen sei in naher Zukunft nicht zu rechnen, sagte Oberstaatsanwalt Wilhelm Möllers.

Am Pranger steht die auf Schönheitsoperationen spezialisierte Alster-Klinik, die in einer Erklärung jegliche Verantwortung für einen Behandlungsfehler von sich weist und von einer Vorverurteilung spricht. Die Pornodarstellerin, die durch einen Auftritt bei „Big Brother“ Anfang 2010 zu großer Bekanntheit gekommen ist, lag nach dem missglückten Eingriff neun Tage im Koma, ehe sie vergangenen Donnerstag verstarb.

Nun liegt es an den Befunden des Instituts für Rechtsmedizin, ob die 54-jährige Narkoseärztin und der 49-jährige Chirurg be- oder entlastet werden. Blutanalysen sollen die Frage klären, ob sie vor der Operation Wachstumshormone zu sich genommen hat. Die Alster-Klinik hatte einen entsprechenden Hinweis bekommen. Das könnte unter Umständen eine Erklärung sein, weshalb auf dem OP-Tisch das Herz der 23-Jährigen aufgehört hatte zu schlagen. Fast 15 Minuten dauerte es, bis sie reanimiert werden konnte. Nun ist ein Streit darüber entbrannt, wie schnell der Notarzt nach Alarmierung in der Klinik eintraf. Unterdessen wurden Forderungen laut, dem Klinikarzt die Approbation zu entziehen. Für die Gesundheitsbehörde gelte zunächst die Unschuldsvermutung, sagte Sprecher Rico Schmidt. Deshalb dürfe der Operateur weiterarbeiten.

Die Behandlung in diesem Fall war offenbar nicht unproblematisch. Eigentlich wollte die zierliche Hamburgerin sich ihre Implantate wie bereits die Male zuvor in Polen einsetzen lassen. Dazu erfolgte das übliche Vorabgespräch mit dem Berliner Büro der polnischen Klinik. Ansprechpartner war dabei Reza Vossough, der auch schon die vorhergehenden Brust-OPs betreute. Die neuerliche Vergrößerung wollte der 58-Jährige aber nicht mehr vornehmen, weil unter ihrem Brustmuskel einfach keine größeren Implantate mehr Platz finden konnten. Die Blondine mit 1,57 Meter Körpergröße bei einem Gewicht von 47 Kilo bestand dennoch darauf, ihren Busen von Körbchengröße F auf die Größe G und 800-Gramm-Implantate zu erweitern, und entschied sich nach der Ablehnung in Berlin für eine Behandlung in der Alster-Klinik. mit dapd

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