Welt : Shuttle auf letzter Reise ins Museum  Im Schneckentempo durch Los Angeles

Los Angeles - Nach vielen Millionen Flugkilometern durch den Weltraum war die letzte Reise des Space-Shuttle „Endeavour“ seine langsamste. Die zweitägige „Mission 26“ durch die Straßen von Los Angeles war auch eines der schwierigsten Manöver. Im Schneckentempo rollte die gigantische Raumfähre in der Nacht zum Sonntag auf ihr neues Zuhause zu. An Bord eines Speziallasters sollte der Space-Gigant das Gelände des California Science Centre erreichen. In dem Wissenschaftsmuseum wird sich die „Endeavour“ auf ihr Altenteil zurückziehen.

Die „Endeavour“ – auf Deutsch etwa Anstrengung – machte ihrem Namen alle Ehre. Tausende Stahlplatten wurden vor dem Riesen ausgelegt, um Straßenabschnitte vor dem erdrückenden Gewicht zu schützen. Hunderte Bäume mussten gefällt werden, um den ausladenden Flügeln Platz zu machen. Um Zusammenstöße mit Ampeln, Laternen, Hauswänden und Bäumen zu vermeiden, musste das Shuttle an manchen Stellen Zickzack fahren. Die Millimeterarbeit an vielen Stellen führte zu einer mehrstündigen Verspätung. Nach dem Startschuss im Morgengrauen am Freitag hatten die Organisatoren zunächst auf eine Ankunft am Samstagabend gehofft, dann sollte es Sonntagmorgen werden.

Mit einer Spannweite von 26 Metern und dem rund 20 Meter hohen Heck passte der riesige Vogel unter keiner Autobahnbrücke durch. Monatelang hatten Experten eine knapp 20 Kilometer lange Route vom Flughafen in Los Angeles zu dem Museum ausgetüftelt. Ein Space-Spektakel für zehntausende Schaulustige, die in Vorgärten und auf Bürgersteigen die ungewöhnliche Parade miterlebten. „Alle zurücktreten, oder sie werden von der Flügelspitze erwischt“, tönte es aus Polizeilautsprechern. An manchen Stellen mussten Stromleitungen mit riesigen Kränen angehoben werden, um die „Endeavour“ darunter passieren zu lassen. Die Kosten für die letzte Reise wurden auf 10 Millionen Dollar (rund 7,72 Millionen Euro) geschätzt. Private Spender und das Museum wollten dafür aufkommen. dpa

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