Sicherheit auf Kreuzfahrtschiffen : Von der „Titanic“ gelernt

Rettungsboote, Schwimmwesten, Evakuierungsplan -auf Schiffen wie der Costa Concordia muss alles internationalem Standard entsprechen. Der wurde erstmals nach dem Untergang der Titanic entwickelt.

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Am 14. April 1912 kollidierte etwa 300 Seemeilen vor Neufundland auf ihrer Jungfernfahrt die „RMS Titanic“ gegen 23 Uhr 40 mit einem Eisberg. Sie sank innerhalb von weniger als drei Stunden im Nordatlantik. Etwa 1500 von 2200 Passagieren starben, es gab zu wenige Rettungsboote und die Besatzung hatte keine Erfahrung mit denen, die zur Verfügung standen.

Wie die Rettung der Passagiere auf der „Costa Concordia“ ablief, ist noch weitgehend unklar. Man weiß ja noch nicht einmal für den gesamten Zeitraum, wo sich der Kapitän jeweils aufgehalten hat. Wenn aber heute jeder Passagier auf einem Kreuzfahrtschiff mit dem Auslaufen aus dem Hafen an einer Notfallübung teilnimmt, so ist das ursprünglich auf das Sinken der „Titanic“ zurückzuführen: Am 12. November 1913 wurde im Rahmen einer Konferenz das „Internationale Übereinkommen zum Schutz des menschlichen Lebens auf See“ (Solas) als Reaktion auf die „Titanic“ beschlossen. Die „Solas“-Konvention regelt sowohl die Ausbildung der Crew als auch die Ausstattung von Schiffen für Notfälle.

Auf jedem Schiff gibt es Rettungsstationen, dorthin sollen sich die Passagiere bei einem Unglück sofort begeben. In jeder Kabine müssen die Rettungs- und Fluchtwege dorthin unübersehbar beschrieben sein. Kurz nach dem ersten Auslaufen werden deshalb alle Kreuzfahrer an Bord aufgerufen, sich auf den Weg zu ihrer Rettungsstation zu machen und die Schwimmwesten anzulegen.

Von der „Concordia“ wird berichtet, dass die Evakuierung chaotisch verlaufen sei und nicht alle Crewmitglieder dort waren, wo sie hätten helfen und koordinieren sollen. Dabei ist die schnelle Reaktion auf Unfälle ein Bestandteil der Schulung der Crew, regelmäßige Brand- und Notfallübungen gehören gleichfalls zum Pflichtprogramm. Auf jedem Schiff muss es außerdem Sicherheitsbeauftragte geben, die noch einmal spezieller für einen Notfall geschult sind.

Und schon bei der Konstruktionsplanung eines Schiffes muss der Notfall in Varianten simuliert werden. Anhand dessen werden Rettungswege sowie Umfang und Orte der Rettungsmaterialien so ausgelegt, dass alle Passagiere und Besatzungsmitglieder innerhalb weniger Minuten bei den als sicher definierten Rettungsstationen sind.

Die Sicherheit eines Kreuzfahrtschiffes wird von unabhängigen Klassifikationsgesellschaften regelmäßig überprüft.

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