Welt : Sie bleibt in der Familie

Die entlaufene Kuh Yvonne ist drei Monate nach ihrer Flucht wieder mit ihrem Sohn vereint

Gegenwehr. Die Kuh Yvonne sperrte sich sich am Freitag auf einer Wiese bei Stefanskirchen zunächst gegen ihren Abtransport. Foto: dapd Foto: dapd
Gegenwehr. Die Kuh Yvonne sperrte sich sich am Freitag auf einer Wiese bei Stefanskirchen zunächst gegen ihren Abtransport. Foto:...Foto: dapd

Stefanskirchen/Deggendorf - Nach dem Ende ihrer gut dreimonatigen Flucht soll Kuh Yvonne nun auf dem Gut Aiderbichl in Niederbayern zur Ruhe kommen. Am Freitagmorgen wurde die Kuh auf einer Wiese in der Nähe des oberbayerischen Stefanskirchen betäubt und zum Gnadenhof bei Deggendorf gebracht, wie Gutsverwalter Paul Kaiser sagte. Die nächsten Tage solle sie mit ihrem Sohn Friesi in einem Stall bleiben und sich erholen. Es werde vermutlich einige Wochen dauern, bis sie wieder auf einer Wiese stehen könne.

Bereits Anfang der Woche war Yvonne an der Weide bei Stefanskirchen aufgetaucht. Der Pächter habe sie am Dienstag auf seine Weide gelassen und die „Bild“-Zeitung informiert, berichtete Suchtruppleiter Hans Wintersteller. Die Redaktion habe die deutsch-österreichische Tierschutzinitiative Gut Aiderbichl am Donnerstag vom Auftauchen der Kuh in Kenntnis gesetzt.

Daraufhin reiste der ehemalige Direktor des Münchener Tierparks Hellabrunn, Henning Wiesner, an und betäubte am frühen Freitagmorgen die Kuh. Dabei zeigte Yvonne erhebliche Gegenwehr. Wiesner benötigte zwei Schüsse mit dem Blasrohr, um sie ausreichend ruhigzustellen. Helfer banden die Kuh anschließend an einen Traktor und brachten sie auf diese Weise zu einem Hänger, auf dem sie am Vormittag nach Deggendorf transportiert wurde.

Auf ihrer Flucht hatte sich Yvonne ein Horn abgerissen. Beim Einfangen riss sie sich die Wunde wieder auf. Jetzt brauche sie einfach Ruhe, sagte Kaiser. Bei ihrer Ankunft habe Yvonne ihren Sohn Friesi gleich erkannt. Dieser habe ihr sogar einen „Bussi“ gegeben. Im gleichen Stall, wenn auch durch eine Wand getrennt, stehen Yvonnes Schwester Waldtraut und deren Ziehsohn Waldi. Durch Fenster in der Wand könne Yvonne die beiden sehen und sich so an sie gewöhnen, erläuterte der Gutsverwalter. Die Familie solle jetzt zusammen in Deggendorf bleiben.

Ende Mai war Yvonne ihrem Bauern ausgebüxt und hatte sich seitdem in einem Waldgebiet im oberbayerischen Landkreis Mühldorf versteckt. Gut Aiderbichl kaufte die Kuh und startete eine aufwendige Suche, bei der zwischenzeitlich auch Hubschrauber zum Einsatz kamen. Die medienwirksame Suche stieß aber insbesondere bei Jägern auch auf heftige Kritik.dapd

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben