Welt : "Sieben-Monats-Kinder" - Lokführer kritisieren Ausbildung

Die Gewerkschaft der Lokomotivführer hat nach dem Bahnunglück eine Kurzausbildung für Lokführer bei der Bahn kritisiert. Die so genannten "Sieben-Monats-Kinder" seien im Vorfeld der Bahnreform aus Kostengründen entstanden, sagte Gewerkschaftsvertreter Fuhrmann. Bislang gibt es zwei Ausbildungswege. Zwei Jahre und sieben Monate dauert nach Worten von Fuhrmann die Ausbildung zum staatlich anerkannten "Eisenbahner im Betriebsdienst" für den Fachbereich Lokführer und Transport. Parallel biete die Bahn technisch vorgebildeten Bewerbern eine innerbetriebliche Ausbildung zum Lokomotivführer, die im Zuge der Bahnprivatisierung von 18 auf sieben Monate gekürzt wurde. Die Abschaffung der Beamtenlaufbahn für Lokführer habe die Kürzung möglich gemacht, sagte Fuhrmann. Aus Gewerkschaftssicht hat die bahninterne Ausbildung einen Haken: Nach Ausbildung und Prüfung müsse es eine Zeit lang eine Phase der "väterlichen Aufsicht" für die jungen Lokführer geben, fordert Fuhrmann.

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