Welt : Sieben Urlauber bei Busunglück getötet

MONTELIMAR (AP/AFP).Auf der Urlaubsfahrt nach Spanien sind in der Nacht zum Dienstag bei einem schweren Busunglück in Südfrankreich mindestens sieben Reisende getötet worden, darunter vermutlich auch drei Deutsche.Wie die Polizei mitteilte, raste auf der als "Sonnenautobahn" bekannten Autobahn A7 in der Nähe der Kleinstadt Savasse im Rhonetal ein niederländischer Reisebus in einen Bus aus Leer in Ostfriesland und einen weiteren Bus aus den Niederlanden.Acht Reisende wurden schwer verletzt.Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich bei den Todesopfern neben den Deutschen, zu denen möglicherweise auch ein zwölfjähriges Mädchen zählt, auch um drei Niederländer und einen sechsjährigen russischen Jungen.Das Unglück auf der wichtigen Nord-Süd-Verbindung ergeignete sich gegen 1.30 Uhr.Auslöser der Karambolage war der Polizei zufolge ein Lastwagen, dessen Fahrer offenbar eingeschlafen war.Das mit Fisch beladene Fahrzeug kam von der Fahrbahn ab und versperrte einen Teil der Spur.Der deutsche Reisebus und der erste niederländische Bus konnten noch abbremsen und dem Lastwagen ausweichen; der zweite Niederländer fuhr jedoch mit hoher Geschwindigkeit von hinten auf die beiden anderen Busse auf.Die Fahrzeuge verkeilten sich ineinander, der deutsche Bus wurde in zwei Teile gerissen.Der Fahrer des Busses, der aufgefahren war, wurde in Polizeigewahrsam genommen.Eine Alkoholprobe erwies sich als negativ.

Wie Alain Hurtevent, der Polizeichef der Region Drome mitteilte, fuhr der zweite niederländische Bus - laut sichergestellter Tachoscheibe - im Moment der Kollision mit 120 Kilometern pro Stunde zu schnell; die erlaubte Höchstgeschwindigkeit für einen Bus mit Anti-Blockier-System - um einen solchen handelte es sich hier - beträgt 110 Stundenkilometer.Die Autobahn wurde bis zum frühen Morgen vollständig gesperrt.Der Zustand der acht Schwerverletzten, die mit Hubschraubern in Krankenhäuser in Valence, Montelimar und Lyon gebracht wurden, wurde als kritisch bezeichnet; einigen von ihnen waren Gliedmaßen abgetrennt worden.

Den Helfern an der Unfallstelle bot sich ein grausiges Bild: Von der Wucht des Aufpralls waren mehrere Reisende aus den Bussen geschleudert worden.Über die Fahrbahn verteilten sich Fahrzeugtrümmer, Leichenteile und Blutlachen.Eric Verzatvoort, der in dem zweiten niederländischen Bus saß, berichtete: "Ich bin aufgewacht, weil der Bus brutal gebremst hat.Meine Tochter wurde von der Erschütterung unter den Vordersitz geschleudert.Alle schrien." Phillip Bertrand, der Feuerwehrchef von Drome erklärte, es habe länger als zwei Stunden gedauert, um alle Verletzten aus den Fahrzeugtrümmern zu schneiden.An der Rettungsaktion waren rund 150 Feuerwehrleute beteiligt.

79 Businsassen kamen mit dem Schrecken davon.Sie wurden in einen Gemeindesaal der nahegelegenen Ortschaft Savasse gebracht und dort von Psychologen sowie niederländischen und deutschen Dolmetschern betreut.Einwohner von Savasse versorgten sie mit Decken, warmen Getränken und Essen.Alle drei Busse waren auf dem Weg nach Spanien.Der französische Verkehrsminister Jean-Claude Gayssot ordnete eine Untersuchung an, um die genauen Umstände des Busunglücks zu klären.

In den drei Bussen auf dem Weg nach Spanien saßen insgesamt 140 Fahrgäste.Die beiden niederländischen Busse kamen aus Enschede und Herwen.Die unverletzten Reisenden sollen nun in ihre Heimatländer zurückgebracht werden.

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