Simbabwe : Mindestens 53 Cholera-Tote an einem Tag

In Simbabwe droht eine humanitäre Katastrophe. Nicht nur nehmen die Fälle von Cholera weiter zu, die Hälfte der zwölf Millionen Einwohner ist auch abhängig von Nahrungsmittellieferungen.

Genf/New YorkIn Simbabwe sind nach UN-Angaben am Dienstag mindestens 53 Cholera-Todesfälle gemeldet worden. Zudem hätten sich 1600 weitere Menschen mit der lebensgefährlichen Krankheit angesteckt, teilte die UN-Organisation für Humanitäre Angelegenheiten (Ocha) am Dienstag in Genf mit. Damit sei die Zahl der Toten seit August auf mindestens 366 und die der Erkrankten auf mehr als 8800 gestiegen. Die Cholera ist eine hoch ansteckende Durchfallkrankheit, die bei fehlender Behandlung rasch zum Tod führen kann.

Die Cholera-Epidemie in Simbabwe sei noch nicht unter Kontrolle, warnte die Ocha. Die neuen Todesfälle wurden demnach besonders aus der an Südafrika grenzenden Region Beitbridge gemeldet. Damit habe die Ausbreitung der Krankheit eine "regionale Dimension" bekommen, erklärte die Organisation mit Hinweis auf Berichte über Cholera-Fälle in Botsuana sowie bereits bekannte Fälle in Südafrika. Am Wochenende hatten Vertreter aus Simbabwe und Südafrika über eine Eindämmung der Krankheit beraten.

Ein Zusammenbruch der Sanitäts-, Gesundheits- und Ausbildungseinrichtungen


UN-Generalsekretär Ban Ki Moon befürchtet zudem, dass sich die humanitäre Situation in Simbabwe in den kommenden Monaten noch weiter verschlechtern könnte. Die Hälfte der zwölf Millionen Einwohner des afrikanischen Landes wäre dann von Nahrungsmittellieferungen abhängig, warnte der Chef der Vereinten Nationen in einer am Dienstag in New York verbreiteten Erklärung. Er zeigte sich erschüttert über den Zusammenbruch von Sanitäts-, Gesundheits- und Ausbildungseinrichtungen.

Ban rief die Konfliktparteien in Simbabwe dazu auf, politische Überlegungen hintanzustellen und umgehend humanitäre Hilfe zu leisten. "Die Menschen in Simbabwe können sich keinen weiteren Misserfolg ihrer politischen Führung leisten", sagte der UN-Chef. (ah/dpa/AFP)

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