• Skandal in Neapel: Mafiaboss trotz Verurteilung frei Das italienische Justizministerium reagiert empört

Welt : Skandal in Neapel: Mafiaboss trotz Verurteilung frei Das italienische Justizministerium reagiert empört

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(dpa). Die Justizbehörden in Italien haben einen Mafiaboss freigelassen, obwohl er kurz zuvor zu zehn Jahren Haft verurteilt wurde. Der Grund: Die zulässige Dauer der Untersuchungshaft sei zum Zeitpunkt des Urteils abgelaufen gewesen. „Jetzt kann der Boss in aller Ruhe wieder seinen Geschäften nachgehen“, kommentierte die römische Zeitung „La Repubblica“ den Vorgang am Sonntag. Der 44jährige „Pate“ der neapolitanischen Camorra war dem Bericht zufolge im Januar 2000 in Brasilien der Polizei ins Netz gegangen. Das italienische Gesetz sehe aber bei einer möglichen Höchststrafe von 15 Jahren maximal vier Jahre Untersuchungshaft vor, schreibt das Blatt. Deshalb sei der Mafioso am Samstag nach seiner Verurteilung wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung aus dem Gefängnis in Spoleto entlassen worden. Das Justizministerium in Rom zeigte sich über den Vorfall empört. Mitglieder der Camorra hatten erst vor wenigen Tagen Entsetzen hervorgerufen und Schlagzeilen gemacht, als ein unbeteiligtes 14-jähriges Mädchen während einer Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Clans erschossen wurde.

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