Welt : Skater müssen auf dem Gehweg fahren

Ursula Knapp

Die rund zehn Millionen Inline-Skater in Deutschland müssen grundsätzlich auf dem Gehweg fahren. Fehlt es an einem Bürgersteig, müssen sie, wie Rollerfahrer, den rechten Fahrbahnrand benutzen. Mit diesem Grundsatzurteil hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe am Dienstag die Inline-Skater Verkehrsteilnehmern mit "besonderen Fortbewegungsmitteln" zugeordnet. Sie dürfen sich also nicht wie Fußgänger verhalten und auf Landstraßen am linken Fahrbahnrand fahren.

Im Übrigen mahnten die Bundesrichter eine gesetzliche Regelung für Inline-Skater an. Dem Urteilsspruch des VI-Zivilsenats lag ein schwerer Verkehrsunfall zu Grunde. Eine Skaterin war außerhalb einer Ortschaft auf einer Landstraße ohne Gehweg auf der linken Fahrspur gefahren. Weil der Fahrbahnrand holprig war, fuhr sie etwa in der Mitte der linken Fahrbahn. Als ihr ein Motorradroller entgegen kam, konnten beide nicht mehr ausweichen, es kam zum Zusammenstoß.

Die Skaterin wurde erheblich verletzt und verklagte die Versicherung des Motorrollerfahrers auf Schadenersatz und Schmerzensgeld. Sie war der Ansicht, sie habe wie ein Fußgänger die linke Fahrbahnseite benutzen dürfen. Der BGH sprach der Inline-Skaterin jetzt, wie zuvor das Oberlandesgericht Oldenburg, ein erhebliches Mitverschulden zu. Sie hätte nicht den linken Fahrbahnrand benutzen dürfen und dadurch sich und andere in erhebliche Gefahr gebracht. Auch Radwege dürften die Skater nicht benutzen, so die Richter weiter.

Die Gefährdung sei auf Straßen und Radwegen wegen des langen Bremsweges wesentlich höher. Außerdem hänge die Kontrolle über die Skates wesentlich vom Können des Einzelnen ab. Auf dem Gehweg sei die Gefahr noch am geringsten. Aber auch hier müssten die Inline-Skater Rücksicht auf die anderen Verkehrsteilnehmer nehmen und gegebenenfalls Schritt-Tempo fahren.

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