Slowenien : 13 Tote bei Bootsunfall

Der Bürgermeister einer slowenischen Kleinstadt lud zur "letzten Fahrt" auf dem Save-Fluss in seinem natürlichen Flußbett - nun sind er und zwölf weitere Menschen tot. Nur eine Frau konnte sich unverletzt retten.

Kanu-Fahrt in Slowenien
Die Retter suchen noch nach Vermissten, doch Experten schätzen die Überlebenschancen als äußerst gering ein. -Foto: dpa

LjubljanaMächtige Strudel an einem neu gebauten Wasserkraftwerk rissen am Donnerstag zwei mit Lokalpolitikern und Unternehmern besetzte Plastik-Paddelboote in einen Turbinenschacht. Eine Frau konnte sich unverletzt retten, der Rest ging unter. Wie die Polizei am Freitag berichtete, wurden acht Ertrunkene geborgen, fünf Menschen werden noch vermisst. Die Überlebenschance ist nach Angaben von Experten jedoch gleich null.

Der Unfall ereignete sich etwa 70 Kilometer südöstlich von Ljubljana in der Nähe eines neuen Wasserkraftwerks. Bürgermeister Kristijan Janc hatte zu dem Ausflug unter dem Motto "Die letzte Fahrt" eingeladen. Er wollte mit seinen Gästen kurz vor der Fertigstellung des Werks noch einmal den natürlichen Verlauf der Save genießen, berichteten Medien. Der slowenische Staatspräsident Danilo Türk und Regierungschef Janez Jansa reisten zu der Unglücksstelle und zeigten sich geschockt. "Es ist eine unfassbare Tragödie", sagte Jansa.

Die Insassen trugen keine Schwimmwesten

Die Unglücksboote seien in dem betonierten Schacht zerbrochen, die Turbinen seien noch nicht in Betrieb gewesen, erklärten die Behörden. Insgesamt waren vier Kanus unterwegs. Eines der Boote war schon vor dem Unfall gekentert, die Insassen retteten sich schwimmend ans Ufer. Ein viertes Boot, in dem ein Kameramann saß, stoppte rechtzeitig vor dem Damm. Das Fernsehen zeigte nach dem Unglück Bilder von den Booten, auf denen keiner der Paddler eine Schwimmweste trug.

Den von Hubschraubern unterstützen Tauchern gelang es nicht, weitere Opfer zu bergen. Regenfälle mit schlechter Sicht machten die Suche fast aussichtslos, hieß es. Wahrscheinlich seien die übrigen Leichen flussabwärts ins benachbarte Kroatien getrieben worden. (jg/dpa)

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