Smog in Peking : Chinas KP verbietet Funktionären das Böllern

Ein gewaltiges Feuerwerk gehört eigentlich zum Pflichtprogramm an Chinas Neujahrsfest. Für die Funktionäre ist das Knallen in diesem Jahr aber tabu. Die Partei will den Smog nicht noch schlimmer machen.

In Peking lag die Feinstaubbelastung zuletzt zeitweise beim 26-fachen des Grenzwerts.
In Peking lag die Feinstaubbelastung zuletzt zeitweise beim 26-fachen des Grenzwerts.Foto: dpa

Das Feuerwerk zum chinesischen Neujahrsfest könnte in Peking in der Nacht zum Freitag besonders bescheiden ausfallen. Wegen des Smogs in Chinas Hauptstadt hat die Parteiführung die Parteimitglieder und ihre Familien aufgerufen, auf das Knallen zu verzichten, wie mehrere Zeitungen berichteten. Der Appell hat Macht, denn in Peking soll es rund zwei Millionen Parteimitglieder geben. Das ist etwa ein Zehntel der Einwohner der Hauptstadt.

Vor rund zwei Wochen hatte Peking den schlimmsten Smog des Winters erlebt. Der besonders gefährliche Feinstaub kleiner als 2,5 Mikrometer (PM 2,5) lag zwischenzeitig beim 26-fachen des Grenzwertes der Weltgesundheitsorganisation. Und auch andere Städte in Ost-China wie Shanghai und Nanjing hatten im Winter Smogalarm ausgerufen.

Die Behörden in Peking behielten sich auch vor, kurzfristig das Feuerwerk für alle Pekinger zu verbieten. Falls die Luftverschmutzung zu stark ansteige, würden die Bürger der Stadt per SMS über das Verbot informiert, berichteten Zeitungen. Am Donnerstagmorgen rief die Pekinger Polizei bereits per SMS auf, sehr vorsichtig mit Feuerwerkskörpern umzugehen. Jedes Jahr gibt es in China bei Unfällen mit Böllern und Raketen Hunderte Verletzte und einige Tote.

Hunderte Millionen Chinesen fahren über Neujahr zu ihren Familien

Nach dem traditionellen Kalender beginnt in China am Freitag das Jahr des Pferdes. Es ist das wichtigste Fest des Jahres in China. Hunderte Millionen Chinesen reisen über die Feiertage zu ihren Familien. Es ist wohl die größte alljährliche Bevölkerungsbewegung weltweit. Die Bahn setzt Sonderzüge ein und Fluggesellschaften bieten zusätzliche Flüge, um dem Ansturm gerecht zu werden.

Über die 40-tägige Hauptreisezeit sind täglich mehrere Millionen Passagiere unterwegs. Zudem sind auch aus dem Ausland viele Chinesen für das Fest nach Hause zu ihren Familien geflogen. Die Behörden gehen davon aus, dass es in diesem Jahr insgesamt 3,6 Milliarden Reisen mit Bahn, Bus, Flugzeug und Auto geben wird. Vor rund 20 Jahren waren es erst 800 Millionen Reisen. (dpa)

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