• Sogar Greenpeace beruhigt Die Giftkonzentration nach der Flut ist geringer als befürchtet

Welt : Sogar Greenpeace beruhigt Die Giftkonzentration nach der Flut ist geringer als befürchtet

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Von Anna Schmitz-Avila

Nach der Flut kommt das Gift. So lauteten die Befürchtungen, doch die Angst ist übertrieben. Das Bundesumweltministerium legte gestern in Berlin die Ergebnisse der am 16. August durchgeführten Sonderprobe-Entnahme aus dem Hochwasser der oberen Elbe vor. Zwischen dem tschechischen Chemiewerk Spolana und der Muldemündung wurden demnach Dioxinkonzentrationen von 4,7 bis 18,2 Nanogramm pro Kilogramm gemessen. Zwar ist damit der Dioxinwert drei- bis 20mal so hoch wie sonst, aber die erhöhten Werte liegen im Bereich früherer Messungen, die bei Hochwasser vorgenommen wurden, heißt es in der Erklärung des Ministeriums. Diese Werte gründeten auf der Aufwirbelung von Sedimenten, durch die erhebliche Mengen von belastenden Schwebestoffen in der Elbe transportiert werden. Laut Bundesumweltminister Jürgen Trittin zeigen sich hier die Verschmutzungen der Vergangenheit. Die hohen Werte ließen demnach nicht den Schluss zu, es seien zusätzliche Belastungen in die Elbe freigesetzt worden, die mit dem Chemiewerk Spolana in Verbindung gebracht werden könnten. Außerdem geht der Minister davon aus, dass sich die Elbe von den Hochwasserfolgen erholen wird. Allerdings werde ab jetzt die Nordsee genauer beobachtet, die das Hochwasser der Elbe aufnehmen muß.

Die Aussagen der Bundes-und Landesministerien sind jedoch nicht übereinstimmend, auch werden die Schadstoffe in der Elbe unterschiedlich bewertet. Beispielsweise deckten sich die Messwerte der Umweltbehörde Hamburg mit den gestern veröffentlichten, während das sächsische Umweltministerium betonte, dass kein Dioxin nachgewiesen worden sei. Auch bei der Frage nach dem Sauerstoffgehalt des Elbwassers wurden unterschiedliche Angaben gemacht. Die Hamburger Umweltbehörde bezeichnete ihn als kritisch und befürchtet im allerschlimmsten Fall ein Fischsterben, während im Bundesumweltministerium keine Informationen darüber vorliegen.

Der Chemieexperte von Greenpeace, Manfred Krautter, wies darauf hin, dass die Dioxin-und Quecksilberbelastung zwar stark erhöht sei, aber keine massive Gefahr davon ausgehe. Er sagte allerdings, dass noch nicht flächendeckend gemessen worden sei.

Ein weiteres Problem ist der Fäkalienanteil im Wasser. Viele Kläranlagen wurden überschwemmt. Von grundlegender Entwarnung kann demnach noch keine Rede sein. Vom Angeln und Baden ist grundsätzlich abzuraten.

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