Welt : Soll man Aprilscherze verbieten?

Was alles doch ganz anders war

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Berlin Bonn wird wieder deutsche Hauptstadt, auf deutschen Autobahnen wird die Pkw-Maut eingeführt und in einem Vergnügungspark versetzen 17 Kräne eine Achterbahn. Alle Jahre wieder werden Menschen „in den April geschickt“. In einer Sondersitzung in der Nacht zum Freitag habe der Bundestag den Rück-Umzug von Berlin nach Bonn beschlossen. Das berichtete Deutschlandradio Kultur um 13 Uhr 7 in einer dramatischen Sondersendung . Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, der bei dem Spaß offenbar mitmachte, sprach in der Sendung von einer „jähen Wendung der Geschichte – ich hoffe, dass ich auch diese noch verkraften kann“. Bundestagsvizepräsident Norbert Lammert (CDU) erklärte, die Abgeordneten seien einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zuvorgekommen. Die Verfassungsrichter hätten in den nächsten Tagen das Bonn-Berlin-Gesetz aufgehoben, weil 1991 nicht alle nordrhein-westfälischen Abgeordneten für Bonn gestimmt hätten.

Die vier Musiker der Popgruppe Abba hätten sich wieder vereint und kämen bei ihrer Tournee auch in Deutschlands älteste Stadt Trier, berichteten die Zeitung „Trierischer Volksfreund“ und der Südwestrundfunk (SWR).

Kein Aprilscherz war die Kritik des bayerischen Grenzortes Kiefersfelden an Bayerns Staatsregierung, die in der Drohung gipfelt, sich Österreich anzuschließen. Die 7000-Einwohner-Kommune bemängelt, dass sie Nachteile bei der Versorgung mit Rettungswagen oder dem digitalen Fernsehempfang hinnehmen muss. Ganz im Bürgerinteresse stand die Ankündigung der Dresdner Stadtväter, eine Windelpflicht für Hunde einzuführen. Kommunen in Kalifornien hätten laut Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (CDU) gute Erfahrungen mit den weißen Höschen gemacht, schrieben die „Dresdner Neuesten Nachrichten“. Der Deutsche Anwaltverein warnte derweil vor einer Klagewelle von Scherzopfern. Oftmals sei man sich sowohl über die zivilrechtlichen als auch über die strafrechtlichen Konsequenzen nicht bewusst, meinte ein Sprecher in Berlin. Begrüßt werde daher eine Initiative der EU-Kommission, solche Streiche am 1. April verbieten zu lassen. Tsp/dpa/ddp

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