Somalia : Besatzung des entführten Fischkutters frei

Knapp eine Woche nach dem Piratenüberfall vor der Küste Somalias auf einen spanischen Fischkutter sind die 26 Besatzungsmitglieder wieder frei. Die Entführten sind offenbar unversehrt.

Die spanische Vize-Ministerpräsidentin Maria Teresa Fernandez de la Vega sagte in Madrid, die gesamte Besatzung, 13 Spanier und 13 Afrikaner, sei wohlauf.

Das Schiff Playa de Bakio werde nun unter dem Schutz einer Fregatte der spanischen Marine "in sicherere Gewässer" gebracht. Die freigelassenen Besatzungsmitglieder sollten schnell in ihre Heimat gebracht werden. Die genauen Umstände der Freilassung erläuterte die Regierung nicht.

De la Vega erklärte, die Freilassung sei durch die gemeinsamen Bemühungen der spanischen Regierung und den Eigentümern des Bootes sowie "diplomatische Bemühungen" zustande gekommen. Ob das Militär eingegriffen hatte oder Lösegeld an die Piraten gezahlt wurde, sagte die spanische Vize-Regierungschefin nicht.

Kein offizieller Kontakt

Spanische Medien hatten zuvor berichtet, die Entführer hätten ein Lösegeld von einer Million Euro verlangt. Es soll demnach Verhandlungen in einem Hotel in London gegeben haben. Die spanische Regierung erklärte, sie habe "keinen offiziellen Kontakt" mit den Kidnappern gehabt, schloss aber einen Kontakt zwischen den Entführern und dem Bootsbesitzern, die aus dem Baskenland in Nordspanien kommen, nicht aus.

Nach Angaben des spanischen Außenministeriums hatten Piraten den baskischen Thunfischkutter am 20. April geentert, als er in somalischen Gewässern fischte. Nach Angaben baskischer Regierungsvertreter hatten vier Piraten mit Granatwerfern den Kutter in ihre Gewalt gebracht. Das spanische Verteidigungsministerium befahl einer Fregatte daraufhin die Verfolgung der Playa de Bakio. Gleichzeitig bat es andere Staaten mit Militärpräsenz in der Region um Mithilfe bei der Suche nach dem gekaperten Schiff.

Am Horn von Afrika gibt es häufig Überfälle von Piraten, allein im vergangenen Jahr mehr als 25 vor der Küste Somalias. Für Aufsehen hatte zuletzt die Entführung der französischen Luxus-Segelyacht Le Ponant am 4. April gesorgt. Die Le Ponant und ihre Besatzung kamen eine Woche später nach Zahlung von Lösegeld durch den Reeder wieder frei. Eine französische Spezialeinheit konnte sechs der Piraten festnehmen. (cp/AFP)

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