Somalia : Deutscher Frachter von Piraten entführt

Erneut haben Piraten vor der somalischen Küste zugeschlagen: Sie sollen einen deutschen Frachter sowie ein iranisches und ein japanisches Schiff überfallen haben. Der Chef des International Maritime Bureau in London forderte die Uno auf, einzugreifen.

London/Mogadischu/Kuala Lumpur Piraten haben vor der somalischen Küste am Donnerstag drei Schiffe gekapert. Wie das International Maritime Bureau (IMB) in London mitteilte, handele es sich um einen deutschen Frachter sowie um einen japanischen Tanker und ein iranisches Frachtschiff. Das unter der Flagge von Antigua und Barbados fahrende deutsche Schiff sei am Donnerstag in der Mittagszeit ins Visier der Piraten geraten, teilte der Chef des IMB-Meldezentrums für Piraterie, Noel Choong, in Kuala Lumpur mit.

Das Auswärtige Amt erklärte, es gehe einer Meldung über eine Entführung nach und bemühe sich um rasche Aufklärung. Nähere Einzelheiten konnte eine Sprecherin des Außenamts in Berlin zunächst nicht nennen.

Die Namen der Schiffe und Details zu den Vorfällen wollte Choong nicht bekanntgeben. Seine Behörde habe die US-geführten Marinetruppen in der Region informiert. Die Überfälle hätten sehr nah beieinander stattgefunden, er könne aber nicht sagen, ob sie von derselben Piratengruppe verübt worden seien, fügte Choong hinzu. Dies werde eine Untersuchung aufklären.

Sechs Schiffe in einem Monat von Piraten gekapert

Zugleich kündigte Choong an, seine Organisation wolle Druck auf die Vereinten Nationen und die internationale Gemeinschaft ausüben, "Schritte gegen diese Bedrohung" zu unternehmen. "Ohne eine Intervention der Uno können wir nichts machen, weil Somalia keine Zentralregierung hat", sagte der Chef des IMB-Meldezentrums.

Das IMB rief die Besatzungen aller Schiffe im Golf von Aden zu erhöhter Wachsamkeit auf. Sie wurden angewiesen, das Seegebiet rund um die Uhr auf Sicht und mit Radar nach verdächtigen Schiffen abzusuchen. Die Piraten seien vermutlich mit zwei größeren Schiffen in dem Gebiet unterwegs.

Seit dem 20. Juli gerieten bereits sechs Handelsschiffe im Golf von Aden zwischen Somalia und dem Jemen in die Gewalt von Piraten. Am Dienstag hatten Piraten einen malaysischen Frachter mit 39 Besatzungsmitgliedern gekapert. (nis/dpa/AFP)

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