Somalia : Entführte Deutsche kommen aus Stuttgart

Die am Montag vor der Küste von Somalia entführten Deutschen stammen aus Stuttgart. Das Schicksal des Seglerpaares ist aber ungewiss.

Mogadischu/NeuhausenDas in Somalia entführte deutsche Touristenpaar soll nach Erkenntnissen der deutschen Sicherheitsbehörden aus Neuhausen bei Stuttgart stammen. Die Ermittler gehen inzwischen davon aus. Das Auswärtige Amt hatte bisher nur bestätigt, dass es sich bei den Entführten um zwei Deutsche handelt.

Das Schicksal des Seglerpaars ist weiterhin ungewiss. Die Piraten hatten die beiden Deutschen in das nur schwer zugängliche Bergland der halbautonomen Region Puntland verschleppt und die gekaperte Jacht bei Laasgoray am Ufer zurückgelassen. Stammesälteste der Region erklärten sich bereit, zwischen den Piraten und den Behörden zu vermitteln. Die Piraten erklärten, die Segler seien in ihre Gewässer eingedrungen. Sie forderten daher "Steuern" und ein Lösegeld.

Am Montag von einer Jacht entführt

Details über die Höhe des geforderten Lösegeldes und über mögliche Vermittlungsgespräche mit den Entführern sind nicht bekannt. Die beiden Segler waren am Montagabend von einer Jacht vor der Küste Somalias entführt worden.

Die Küste vor Somalia ist wegen zahlreicher Piratenüberfälle berüchtigt. Seit Anfang des Jahres wurden bereits mehr als 30 Schiffe überfallen. Die puntländischen Behörden, die im April die Todesstrafe für Piraterie eingeführt hatten, haben in der Vergangenheit wiederholt Lösegeldzahlungen an die Seeräuber kritisiert. Sie befürchten, dass dadurch nur zusätzliche Anreize geschaffen werden, Schiffe zu überfallen und Ausländer zu entführen. (mbo/dpa)

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