Somalia : Von Piraten entführte deutsche Segler wieder frei

Nach eineinhalb Monaten sind zwei Deutsche, die vor der Küste Somalias von Piraten verschlepp wurden, wieder frei. Das Auswärtige Amt bestätigte ihre Rettung. Angeblich sollen für die Befreiung eine Million Dollar Lösegeld gezahlt worden sein.

Mogadischu Die in Somalia von Piraten entführten deutschen Segler sind nach Angaben des Auswärtigen Amts frei und in Sicherheit. Der deutsche Skipper und seine Lebensgefährtin "befinden sich gegenwärtig in sicherer Obhut in der Deutschen Botschaft in Nairobi und werden dort intensiv betreut", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Samstag in Berlin. Die Befreiten seien von den Strapazen der Geiselhaft gezeichnet, es gehe ihnen aber den Umständen entsprechend gut. Die beiden deutschen Segler waren in einer Jacht vor der somalischen Küste unterwegs, als sie am 23. Juni von Piraten verschleppt wurden.

Die Piraten hatten nach der Entführung ein Lösegeld in Höhe von zwei Millionen Dollar gefordert. Nach Angaben der somalischen Behörden wurde ein Lösegeld von einer Million Dollar (etwa 666 500 Euro) gezahlt. Ein Vermittler erklärte, die Seeräuber hätten davon jedoch nur 600.000 Dollar erhalten. Den Rest hätten die Behörden von Puntland kassiert. Unklar ist, wer das Geld gezahlt hat.

Somalia befürchtet Anreize für Piraten durch Lösegeldzahlungen

Piraterie ist vor der Küste Somalias weit verbreitet. Besonders in diesem Jahr ist die Zahl der Überfälle auf Jachten, Luxusschiffe, aber auch auf Fischereiboote am Horn von Afrika besonders stark gestiegen. Erst am vergangenen Sonntag war der unter Panama-Flagge fahrende Frachter "Stella Maris" mit 20 philippinischen Seeleuten an Bord entführt worden. Vor knapp zwei Wochen war ein vor Somalia entführtes Frachtschiff der Lübecker Reederei Karl Lehmann nach 41 Tagen wieder freigegeben worden. Nach Informationen aus Schifffahrtskreisen in der kenianischen Hauptstadt Nairobi soll ein Lösegeld in Höhe von 750.000 US-Dollar gezahlt worden sein.

Die Behörden der betroffenen somalischen Region haben wiederholt Lösegeldzahlungen an die Seeräuber kritisiert. Sie befürchten, dass dadurch nur zusätzliche Anreize geschaffen werden, Schiffe zu überfallen und Ausländer zu entführen. Außerdem ermöglichen die Einnahmen aus den Lösegeldern den Piraten technische Aufrüstung. Die somalische Regierung hat zwar zugesichert, verstärkt gegen die Seeräuber vorzugehen. Sie ist aber so instabil und schwach, dass sie kaum Möglichkeiten hat, um die Piraterie zu stoppen. In der Region Puntland, in der die meisten Piraten aktiv sind, wurde im Frühjahr die Todesstrafe für Seeräuberei eingeführt. (ut/dpa)

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