Somalia : Zwei europäische Journalisten in Puntland entführt

Zwei europäische Journalisten, die in Somalia über die Piraten recherchiert haben, sind nach Angaben der Behörden in der halbautonomen Region Puntland entführt worden. Auch zwei somalische Journalisten wurden verschleppt.

MogadischuIn der von Somalia abtrünnigen Region Puntland haben bewaffnete Milizionäre am Mittwoch mindestens zwei europäische und zwei somalische Journalisten verschleppt. Nach Angaben der Regierung von Puntland stammen die beiden europäischen Journalisten aus Frankreich und aus Spanien, der britische Rundfunksender BBC sprach von einem Briten und einem Spanier. Sie seien zusammen mit den beiden örtlichen Journalisten beim Verlassen ihres Hotels in der Hafenstadt Bosasso entführt worden, als sie zum Flughafen fahren wollten. Von dem Fahrer und dem Fahrzeug fehle jede Spur, hieß es.

Puntlands stellvertretender Minister für Seehäfen, Abdulkabier Musa, sagte der Nachrichtenagentur AFP, zu der Entführung habe sich niemand bekannt. Die Polizei habe die Fahndung aufgenommen. Die Entführer seien "Milizionäre aus der Gegend", sagte der Berater des Präsidenten von Puntland, Bile Mohamud Qabowsade. Über die genaue Identität der Journalisten und die von ihnen vertretenen Medien wurde zunächst nichts bekannt. Laut Qabowsade beantragten sie bei der Regierung Puntlands keine Sicherheitseskorte.

In der Hafenstadt Bosasso wurden schon mehrfach Journalisten und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen entführt. Die im Nordostern Somalias gelegene Region Puntland, die einseitig ihre Unabhängigkeit erklärt hat, dient als Rückzugsort für Piraten und Schmuggler. Ende September waren in Puntland ein Deutscher und seine somalische Frau entführt, nach kurzer Zeit aber wieder freigelassen worden. (goe/AFP/dpa)

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