Welt : Sommer liegt in der Luft

Die derzeitige Wetterlage ist normalerweise typisch für Juli und August

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Der lange Winter ist direkt in eine voll ausgebildete Sommerwetterlage übergegangen. Was Deutschland derzeit erlebt, ist das typische Wetter eines Hochsommers. Über Skandinavien hat sich ein starkes und stabiles Hoch gebildet, das die Sonne scheinen lässt und das kontinuierlich warme trockene Luft aus dem Osten zuführt. Es ist genau diejenige Wetterlage, die wir in besonders heißen Jahren erleben, wenn den ganzen Juli und August über immer wieder Temperaturen von über 30 Grad erreicht werden.

Aber warum haben wir dann keine 30 Grad? „Weil die Erde in Osteuropa, wo sich die zugeführte Luft aufheizt, noch nicht warm genug ist“, sagt der Meteorologe Hans-Joachim Knußmann von meteoXpress.

Das stabile Hoch „Paul“ im Norden Europas unterbricht einen Kreislauf, der uns normalerweise wechselhaftes und regnerisches Wetter beschert: Eigentlich kommt ein Tief nach dem anderen vom Westen her über den Atlantik nach Europa. Das starke Hoch blockiert jetzt diese Tiefs, sie prallen ab und werden ferngehalten.

Ein Ende dieser Hochdrucklage ist nach Ansicht der Meteorologen nicht abzusehen. Sie kann noch weit bis in die nächste Woche andauern, vielleicht länger. Knußmann hält es für ziemlich unwahrscheinlich, dass die so genannten Eisheiligen, die jetzt eigentlich kommen müssten, es schaffen könnten, nachts die Temperaturen unter Null sinken zu lassen.

Wer jetzt in den Süden fährt, macht einen Fehler. Südeuropa und Nordafrika werden von einem stabilen Tief beherrscht, das anhaltenden Regen und kühle Temperaturen beschert.

Auf Mallorca, wo gerade die Urlaubersaison begonnen hat, blieben die Touristen bei Regen, Sturm und aufgepeitschter See lieber in den Bars und Hotels. Die Liegestühle an den Stränden und in den Hotelanlagen bleiben leer. Am Wochenende hatte an den Badestränden bei fast sommerlicher Witterung noch reger Betrieb geherrscht. Heftige Regenfälle haben im Südosten Spaniens am Donnerstag erneut mehrere Straßenzüge unter Wasser gesetzt. Am stärksten betroffen war die Kleinstadt Pulpí in der Provinz Almería, auf die innerhalb von vier Stunden mehr Wasser niederging als im gesamten vergangenen Jahr. Nach Angaben der Behörden wurden in der Gemeinde mit 7000 Einwohnern 172 Liter Regenwasser pro Quadratmeter gemessen.

Die Polizei suchte nach zwei Ausflüglern, die in ihrem Geländewagen von dem Unwetter überrascht und als vermisst gemeldet worden waren. Es soll sich um Deutsche handeln. os/dpa

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