• Sommerzeit ab Sonntag: Türkei verschiebt die Zeitumstellung - auch Flugverkehr betroffen

Sommerzeit ab Sonntag : Türkei verschiebt die Zeitumstellung - auch Flugverkehr betroffen

Die türkische Regierung hat die Zeitumstellung ab Sonntag kurzfristig um einen Tag verschoben. Auch der Flugverkehr kann von den Änderungen betroffen sein.

Die Zeitumstellung bringt bei manchen Menschen die "innere Uhr" durcheinander.
Die Zeitumstellung bringt bei manchen Menschen die "innere Uhr" durcheinander.Foto: dpa

Fluggäste, die am kommenden Sonntag (30. März) in in der Türkei starten, sollten noch einmal die genaue Abflugzeit kontrollieren. Hintergrund ist, dass die türkische Regierung den Beginn der Sommerzeit kurzfristig um einen Tag verschoben hat.
Während alle anderen europäischen Staaten die Uhren in der Nacht von Samstag auf Sonntag (29. auf 30. März) umstellen, geschieht das in der Türkei erst in der Nacht von Sonntag auf Montag. Als Grund wird in Medienberichten die Aufnahmeprüfung für die Hochschulen genannt, die am Sonntag stattfindet. Andere Medien nennen die Kommunalwahlen als Grund.

Lufthansa reagiert gelassen

Turkish Airlines teilte auf seiner Homepage mit, dass alle Tickets, die vor dem 24. Februar gekauft wurden, eine falsche Zeitangabe haben. Die Flüge starten eine Stunde früher als dort angegeben. In der Türkei ankommende Flüge sind ebenfalls eine Stunde früher.
Tickets, die später gekauft wurden, haben das geänderte Datum der Zeitverschiebung bereits berücksichtigt. Die Lufthansa hat die Abweichung nach eigenen Angaben problemlos in ihr Informationssystem integriert, wie ein Sprecher in Frankfurt erklärte. Für den Flugbetrieb habe die Zeitumstellung keine Bedeutung, weil dieser ausschließlich nach der Greenwich Mean Time (GMT) organisiert werde. Die jeweils lokalen Zeiten von An- und Abflügen erscheinen auf den Tickets und weiteren Passagierinformationen. Das Problem unterschiedlicher Zeitpunkte für die Umstellung gebe es häufiger, erklärte das Unternehmen.

Am Sonntag beginnt wieder die Sommerzeit

In der Nacht zum Sonntag (30. März) rücken die Uhren um 2.00 Uhr eine Stunde vor auf 3.00 Uhr, die Sommerzeit beginnt. Zumindest in der Woche nach der Umstellung klagen viele Menschen in Deutschland wegen der gestohlenen Stunde über Müdigkeit. Dafür bleibt es abends eine Stunde länger hell, wovon besonders Berufstätige profitieren, die nach Feierabend noch Zeit draußen verbringen möchten.
Die Wissenschaftler der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig sorgen dafür, dass die Zeitumstellung reibungslos klappt. Probleme habe es seit Einführung der Sommerzeit 1980 noch nie gegeben, sagte der Leiter des Zeitlabors, Ekkehard Peik, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Die PTB ist per Gesetz für die Zeit zuständig. Bereits vor Wochen haben die Physiker den Sender DCF77 in Mainflingen bei Frankfurt/Main entsprechend programmiert. Mit einer Reichweite von etwa 2000 Kilometern steuert das Signal des Senders die Funkuhren in fast ganz Europa.
Alle rund 120 000 Uhren der Deutschen Bahn und viele Ampelanlagen werden über Funk synchronisiert. Darüber hinaus sind Radio- und Fernsehsender auf ein korrektes Zeitsignal angewiesen. Mechanische Uhren müssen per Hand umgestellt werden, weshalb es hin und wieder Pannen gibt - und sei es nur, dass Eltern ihren Nachwuchs zu spät bei einem Fußballturnier am Sonntag abliefern.

Zeitumstellung ist seit langem ein Politikum

Viele Menschen nervt die Zeitumstellung. Vergangene Woche forderte Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) ihre Abschaffung.
Bürger haben mehr als 50 000 Unterschriften für die „Beibehaltung der Normalzeit“ gesammelt, die sie dem Petitionsausschuss des Bundestags im April überreichen wollen. Das frühe Aufstehen während der Sommerzeit wirke sich negativ auf die Gesundheit aus, ist der Arzt Hubertus Hilgers überzeugt, der die Petition gestartet hat.
Am Zuge wäre in dieser Frage aber die Europäische Union. Seit 1996 stellen alle EU-Mitgliedstaaten die Uhren gleichzeitig um. In Russland gilt dagegen seit dem Frühjahr 2011 dauerhaft Sommerzeit.
Deutschland hatte die Sommerzeit unter dem Eindruck der Ölkrise mit dem Ziel eingeführt, Energie einzusparen. Dieses Ziel konnte dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft zufolge jedoch nicht erreicht werden.
„Aus den Diskussionen über Sinn und Unsinn der Zeitumstellung halten wir uns raus“, betonte Zeitlabor-Chef Peik. Befürchten die Wissenschaftler, arbeitslos zu werden, sollten sich die Europäer irgendwann gegen das halbjährliche Umstellen der Uhren entscheiden? „Nein, wir haben hier auch genug anderes zu tun“, sagte Peik. (lur/dpa/afp)

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