Welt : Sonnenstaub aus „Genesis“ gerettet

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Washington Die US-Weltraumbehörde Nasa hat aus ihrer vor drei Wochen abgestürzten „Genesis“-Kapsel wertvollen Sonnenstaub gerettet. Die Behälter mit den Proben seien sichergestellt worden, teilte die Nasa am Freitag in Washington mit. Die „Genesis-Kapsel war am 8. September ungebremst auf den Boden geprallt, weil sich die Bremsfallschirme nicht geöffnet hatten.

In den geretteten Kanistern sind unter anderem Segmente mit den in zweieinhalb Jahren gesammelten Partikeln von Sonnenwind. „In diesen Kollektoren befinden sich drei Jahre lang gesammelte Sonnen-Proben, die aus Sicht der Wissenschaftler Aufschluss über die unendlich lange Geburt unseres Sonnensystems geben könnten“, sagte Eileen Stansbery, die Vize-Direktorin des Nasa-Raumfahrtzentrums in Houston (Texas). Ein weiterer Meilenstein ist nach Nasa-Angaben der Fund eines gut erhaltenen, mit Gold beschichteten Kollektors mit Billionen von Atomen aus dem Sonnenwind. Dies habe die zweithöchste Priorität bei der Rettung von wissenschaftlichen Proben aus der Kapsel gehabt. Auch von diesem Kollektor würden Geheimnisse über die Sonne erwartet.

„Wir haben die Möglichkeit, unsere wissenschaftlichen Ziele zu erreichen. Das ist ein großartiger Tag für Genesis“, sagte Programm-Direktor Don Sweetnam vom Jet Propulsion Laboratory im kalifornischen Pasadena. Die Proben sollen jetzt von einer US-Militärbasis in Utah zur Auswertung in das Raumfahrtzentrum in Houston transportiert werden.

Unterdessen hat die Nasa den Termin für den Neustart des Space-Shuttle-Programms nach dem Columbia- Absturz im Februar 2003 verschoben. Ein Starttermin im März oder April sei wegen Schäden von vier Hurrikans und aus Sicherheitserwägungen nicht mehr zu halten, hieß es in einer Mitteilung. Jetzt werde geprüft, ob ein Space-Shuttle im Mai oder Juli starten könne. Die Raumfähre „Columbia“ war am 1. Februar 2003 nach einer mehr als zehn Millionen Kilometer langen Reise im All über Texas auseinander gebrochen und abgestürzt. Die sieben Astronauten kamen dabei ums Leben. Die Untersuchungskommission des Unglücks hatte der NASA schwerste Versäumnisse vorgeworfen. dpa

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