• Sonnensturm verschont Satelliten Folgen für Handynetze und Stromleitungen offen

Welt : Sonnensturm verschont Satelliten Folgen für Handynetze und Stromleitungen offen

Sonnensturm. Die US-Weltraumbehörde Nasa zeigt den Entstehungsort. Foto: dpa
Sonnensturm. Die US-Weltraumbehörde Nasa zeigt den Entstehungsort. Foto: dpaFoto: dpa

Darmstadt/Washington - Ein Sonnensturm hat am Samstag die Erde erreicht. Folgen für die Satelliten im All hatte das zunächst nicht, sagte Markus Landgraf vom Satellitenkontrollzentrum Esoc der Europäischen Weltraumbehörde Esa in Darmstadt. „Im Moment sieht es so aus, als hätten wir es ganz gut überstanden.“ Ausgestanden sei der Sturm allerdings noch nicht ganz: „So ein Phänomen dauert ein paar Tage und bringt das Magnetfeld mächtig in Schwingung“, sagte Landgraf. Der Sturm hatte sich bereits am Donnerstag von der 150 Millionen Kilometer entfernten Sonne gelöst.

Esa-Sprecher Bernhard von Weyhe sagte am frühen Samstagabend: „Die genauen Folgen sind noch nicht abzusehen. Derzeit sieht es aber nicht nach einem sehr großen Ereignis aus.“ Die Eruptionsregion auf der Sonne liege leicht südlich, teilte der Astrophysiker Volker Bothmer von der Universität Göttingen mit. Der koronale Massenauswurf (CME) sei mit knapp 1500 Kilometern pro Sekunde losgerast, in Erdnähe werde er voraussichtlich rund 800 Kilometer pro Sekunde schnell sein. Bei klarem Himmel könnten Polarlichter zu beobachten sein.

Während die Satelliten keine Schäden erlitten haben, könnten Stromnetze und Handy-Verbindungen in den kommenden Tagen durchaus noch beeinträchtigt werden, meinte Landgraf. „Stromnetze reagieren mehr auf das Erdmagnetfeld, und das ist ja gerade erst dabei, sich zu rekonfigurieren.“ In der Folge von Sonnenstürmen können Stromnetze und Handy-Verbindungen beeinträchtigt werden, ebenso der Flugverkehr. Die Auswirkungen könnten Skandinavien, Kanada und Nordeuropa treffen. 2003 führte ein solcher Sturm zu einem mehrstündigen Stromausfall in Schweden, einem Ausfall des europäischen Flugradars und zum Verlust des Forschungssatelliten „Midori 2“.

Die US-Wetterbehörde NOAA erwartete für diesen Sonntag eine geomagnetische Intensität des Sturms eher am unteren Ende der Mess-Skala. Bei der Explosion seien aber auch große Mengen UV-Strahlung Richtung Erde gesandt worden, hieß es bei „Spaceweather.com“. Die Sonnenaktivität schwankt im Rhythmus von etwa elf Jahren und nimmt seit 2010 wieder zu: Sonnenstürme werden häufiger und stärker. dpa

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