48 Stunden genießen : Paris, mon amour!

Zum Valentinstag dem schönen Leben in Paris frönen: auf den Spuren von Café Crème, Croissants und Crêpes.

Marie Grub
Flanieren, entdecken und genießen - dafür eignet sich Paris ideal, besonders zu zweit.
Flanieren, entdecken und genießen - dafür eignet sich Paris ideal, besonders zu zweit.Illustration: Feline & Marie Grub

10 Uhr

Erst mal frühstücken. Das ist ja hier an jeder Ecke schön. Am allerschönsten allerdings im Moulin de la Vierge, am Place des Petits Pères. Dort wirkt die Einrichtung mit den roten schmalen Samtsofas und den schäbigen Tischen und Stühlen sehr französisch. Dass schon mal der eine oder andere Café Crème vergessen wird, finden die Genießer äußerst sympathisch. Besonders pariserisch ist hier, dass das Frühstück, bestehend aus einheimischem Gebäck aller Art, aus der direkt nebenan gelegenen Bäckerei in kleinen Körbchen ins Café balanciert wird. Und ganz wichtig: Echte Genießer bestellen nie einen Cappuccino, sondern einen Café Crème. Weil Pariser keine Italiener sind, und der Café Crème einfach besser schmeckt. Aber das Tollste hier sind die Chouquettes! Das sind kleine süße Teilchen, ein bisschen wie Windbeutel, für die man, und das mussten auch schon Genießer schmerzlich feststellen, wenn sie denn besonders gut sind, besser sehr früh aufsteht. Schon um zehn kann es passieren, dass man ein „on n’en a plus“ zu hören bekommt.

11 Uhr

Mit vollem Bauch schlendern Genießer dann über den kleinen Platz durch die Passage Vivienne zum Palais Royal. Wenn sie Glück haben, können sie bei Sonnenschein eines der vielen grünen Metallstühlchen ergattern, die in allen Pariser Parks herumstehen. Dann setzt man sich am besten an den sprudelnden Springbrunnen, vielleicht sogar mit einem wärmenden Getränk aus einem der umliegenden Cafés.

Von hier lassen sich die vielen Boule-Spieler beobachten, die die schmalen Alleen zum Spielen nutzen. Und manchmal ergibt sich sogar die Gelegenheit, mitzumachen. Zum Beispiel, wenn jemand ganz alleine spielt. Denn alleine spielt es sich nur halb so schön.

Dann geht es bei der Station „Palais Royal – Musée du Louvre“ hinunter in die Metro. Hier genießen Genießer fast alles. Die langen, belebten, gekachelten Gänge, den metallischen Geruch der Metro, und wie sie sich ratternd ihren Weg durch den Untergrund bahnt.

12:30 Uhr

Kaufhäuser sind laut, stickig und grell. Trotzdem geht es jetzt erst mal zu Printemps auf den Boulevard Haussmann Nummer 64 bei der Station Havre-Caumartin. Hat man mit der Rolltreppe das oberste Stockwerk erreicht, erwartet einen auf der Dachterrasse ein Blick über die ganze Stadt – und das ohne Anstehen oder Bezahlen.

Beim Flanieren durch den Marais entdeckt man Ungewöhnliches

14 Uhr

Von ganz oben geht es dann wieder nach ganz unten. In die Metro und ab Richtung Marais. Bei der Station Saint-Paul aussteigen, um von dort durch die Gassen zum Place Sainte-Catherine zu schlendern. Hier locken mehrere Lokale mit französischen Leckereien wie Croque Monsieur. Unter anderem auch das „La Terrasse“, wo man für rund sieben Euro eine tolle Zwiebelsuppe genießen kann.

16 Uhr

Jetzt wird es Zeit für eine kleine Entdeckungsreise durch den Marais. Hier genießen es Genießer, beim entspannten Flanieren Ungewöhnliches zu entdecken. Wie zum Beispiel den Designladen Empreintes in der Rue de Picardie 5. In dem über mehrere Stockwerke führenden Geschäft, das an ein Museum erinnert, gibt es ausgefallenes Geschirr, Schmuck und Möbel, aber auch Skulpturen in allen Größen zu bewundern. Schlendern die Genießer dann am Café La Perle oder am Café Au Petit Fer à Cheval in der Rue Vieille du Temple vorbei, wird eine Mini-Pause eingelegt. Das Erstaunliche in Paris: Hier ist es selbst im Winter draußen unter den großen Heizpilzen oft voller als drinnen im Lokal. Genießer schwören deshalb bei kälteren Temperaturen auf richtig dicke Socken. Denn nur dann ist das Sitzen unter den riesigen Pilzen mit einem Café oder einem Gläschen Rotwein ein echter Genuss.

19 Uhr

Versteckt in der Rue de Saintonge befindet sich im Haus Nummer 52 der winzige Tacoladen „Candelaria“. Vor dem Lokal kann sich schon mal die eine oder andere Schlange bilden. Aber das ist in Paris immer ein Indiz für Qualität. Da Pariser eher spät zu Abend essen, hat man, wenn man früh genug da ist, eine gute Chance auf ein Plätzchen. An dem einzigen großen Tisch und der Bar haben nur eine Handvoll Leute Platz. Da kommt man schnell mit Genießern aus aller Welt ins Gespräch. Die Auswahl ist einfach, denn es gibt nur drei verschiedene Tacos. An der Wand rührt eine Eismaschine in einer Margarita-Eiswürfelmischung und erinnert an den letzten Sommerurlaub. Am Ende des schmalen Raumes führt eine unscheinbare Tür zu einer angesagten Cocktailbar, die wie der Tacoladen heißt, fast immer brechend voll und nur durch das Lokal zu erreichen ist.

Typisch französisch – ein Ricard

21 Uhr

Gesättigt und angetrunken lohnt sich jetzt ein Spaziergang entlang der Seine, mit einem Abstecher über die Bretterbrücke „Pont des Arts“. Wenn man hier nämlich während des Laufens auf die Bretter unter sich schaut, geben einem die durch die Ritzen der Holzlatten leuchtenden Lichtspiegelungen das Gefühl, man würde über das Wasser schweben.

Die Bar Chez Jeannette in der Rue du Faubourg Saint-Denis 47 ist tagsüber ein Bistrot.
Die Bar Chez Jeannette in der Rue du Faubourg Saint-Denis 47 ist tagsüber ein Bistrot.Illustration: Feline & Marie Grub

Gleich hinter der Brücke erstreckt sich der Louvre. Abends sind in dem riesigen Innenhof nur die Balustraden des Gebäudes beleuchtet. Manchmal weht dann auch noch klassische Musik durch die Abendluft. Dort steigen Genießer dann in ein Uber oder ein Heetch, eine günstige App-Variante zum Taxi und neben der Metro die gängigste Art, wie sich echte Pariser durch die Stadt bewegen. Vor allem abends.

23 Uhr

Das nächste Ziel ist die Bar Chez Jeannette in der Rue du Faubourg Saint-Denis 47. Tagsüber ein Bistrot, verwandelt sie sich nachts in eine Bar mit einer surrealen Lichtsituation. Die entsteht, weil das Lokal hauptsächlich von den ins Innere scheinenden Straßenlaternen beleuchtet wird. Gerne trinken Genießer hier – typisch französisch – einen Ricard, ein Anisschnaps, der mit Wasser aufgefüllt ein milchiges Getränk ergibt.

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