Der britische Starkomiker John Cleese : „Hunde sind doch alle kleine Nazis“

John Cleese isst gern Gans, sammelt Plüschtiere und sieht in David Cameron einen Papagei. Nur zwei Dinge bedauert er: einen Witz über Oscar Pistorius und seine 20-Millionen-Dollar-Scheidung.

von und
Foto: Stuart C. Wilson/Getty Images
John Clese, 75, Mitbegründer der britischen Komikertruppe Monty PythonFoto: Stuart C. Wilson/Getty Images

Mister Cleese, Tiere nehmen eine zentrale Rolle in Ihrem Leben ein, privat wie beruflich. Ein Sketch spielt im Zoogeschäft, da wird ein Papagei immer wieder auf den Ladentresen geschmettert …

Den Vogel haben wir nicht gequält, der war definitiv vorher mausetot.

… und in dem Film „Ein Fisch namens Wanda“ werden lebende Goldfische gegessen.

Selbstverständlich.

In „Ritter der Kokosnuss“ tritt ein aggressives Killer-Kaninchen auf. Mal ehrlich: Sie hassen Tiere.

Nein, nein, im Gegenteil. Ich behaupte sogar, sehr sentimental zu sein, was Tiere angeht, sie haben mich von jeher wahnsinnig interessiert. Ich erinnere mich gut an meinen ersten Besuch im Londoner Zoo, da tat sich ein völlig neues Universum auf. Ich liebte es, die Viecher zu beobachten. Studieren Sie mal das Sozialverhalten auf einem Affenfelsen, die Hierarchie, der Big Boss, die Jungen, die Weibchen. Das hilft Ihnen auch, mit Menschen zurechtzukommen. Etwas mit Tieren hätte ich mir gut beruflich vorstellen können, oder Psychologie – aber nur eine rein akademische Laufbahn. Ich will doch meine Zeit nicht mit Leuten verbringen, die emotionale Probleme haben.

Davon hatten Sie stets selbst genug.

Das können Sie laut sagen.

Sie behaupten, als Kind habe Sie ein Kaninchen angeknabbert. Ein Trauma?

Da habe ich wohl leicht übertrieben, das Kaninchen hat eher an mir geleckt. Jedenfalls bin ich umgeben von Tieren aufgewachsen.

Hunde kommen in Ihrer Autobiografie wenig vor.

Ich mag sie nicht so sehr wie Katzen. Hunde sind fordernd, wollen Aufmerksamkeit, Katzen sind einfach da. Wir haben drei Katzen, zwei davon aus amerikanischer Zucht, Maine Coon. So etwas haben Sie noch nie gesehen, eine bringt zehn Kilo auf die Waage. Vom Gewicht her fast ein Hund.

Man nennt die Maine Coon auch Hundekatze.

Ja, sie ist aber nur b-e-i-n-a-h-e ein Hund, sie ist viel aufregender. Hunde sind doch alle kleine Nazis. Sie tun, was ihr Herrchen verlangt. Man wirft ein Stöckchen, sie rennen hinterher und bringen es zurück. Wie blöd sind die denn? Eine Katze würde sagen, was soll das mit deinem dämlichen Stock, hol’ ihn dir gefälligst selber!

Dafür liebt und umschmeichelt Sie ein Hund.

Sag ich doch, alles kleine Nazis. Sie müssen immer einen Führer haben, den sie bewundern können.

Von Ihnen gibt es ein Kinderfoto, da haben Sie einen Teddybären im Arm. War der wichtig?

Extrem. Ich traue mich das kaum auszusprechen, weil es so kindisch ist: Ich hatte immer eine außergewöhnliche Beziehung zu Plüschtieren. Ich sammle sie, sie bringen mich zum Lächeln, wenn ich sie sehe, dann muss ich sie haben. Meine Kollektion ist schon verdammt umfangreich.

Die jüngste Errungenschaft?

Moment, das letzte Tier war … Gestern schenkte mir die Frau vom Verlag eine bayerische Kuh. Aber selbst gekauft? Ah, ein Schneeleopard, so hoch wie dieser Esstisch hier, ich sah ihn in einem Schaufenster in der Oxford Street als Dekoration. Ich sagte zu Jenny …

Ihrer vierten Ehefrau.

… sorry, es muss sein, und kaufte ihn. Und ein Kamel dazu. Wir haben auch einen fast lebensgroßen Bären. Sie müssen wissen, meine Frau sammelte selbst schon Plüschtiere, ehe sie mich kannte, wir brachten beide eine Menge Viehzeug in die Ehe ein. Jenny hat eine Vorliebe für Kaninchen. Wir haben einen extra Raum für sie, mit einem Himmelbett mit Baldachin, da sitzen die alle drauf oder drumherum. Ich fürchte, ich könnte niemanden lieben, der keine Plüschtiere oder Haustiere mag, da würde eine wichtige Verbindungsschraube fehlen. Tierliebe ist für mich ein Beleg für Güte. Nach unserem Tod werden wir diese Sammlung dem Königreich vermachen.

2 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben