Heino im Interview : „Ich würde gerne aussehen wie George Clooney“

Er ist ein Volksmusikant wie er im Buche steht: Heino. Im Interview spricht er über seinen Wacken-Auftritt mit Rammstein, Affären und wie er fast Kommunist geworden wäre.

Jakob Buhre
Volksmusikant Heino: "Natürlich würde ich gerne aussehen wie George Clooney – aber dann bitte in Blond!"
Volksmusikant Heino: "Natürlich würde ich gerne aussehen wie George Clooney – aber dann bitte in Blond!"Foto: dpa

Heino, Sie werden unglaublich oft fotografiert, gerade wieder. Gucken Sie manchmal aufs Display, um zu überprüfen: Wie sehe ich aus?

Nein, darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht, ob ich auf einem Foto gut oder schlecht aussehe. Ich mache mir nur Gedanken darüber, ob die Musik, die ich produziere, ankommt oder nicht.

Sie sind nicht eitel?
Das schon. Doch ich würde nie bei einem Foto sagen, das gefällt mir nicht. So sehe ich eben aus, das kann ich nicht ändern. Natürlich würde ich gerne aussehen wie George Clooney – aber dann bitte in Blond!

Sie brauchen morgens angeblich eine Stunde im Bad.
Zähneputzen, dann wird rasiert, die Haare gemacht. Das dauert heute alles ein bisschen länger. Beim Rasieren muss ich gucken, dass ich mich nicht schneide. Wenn ich weiß, dass ich gleich fotografiert werde, muss ich Rouge auflegen.

Heino muss Heino sein.
Ich sehe ja immer so aus. Ich habe mich nie derart verändert, dass man mich nicht wiedererkennt.

Und was machen Sie, wenn Sie auf der Straße mal unerkannt bleiben wollen?
Nichts. Ich will ja erkannt werden und freue mich, da die Leute eigentlich immer sehr freundlich sind. Der Kontakt zu meinen Fans, generell zu allen Menschen, ist mir extrem wichtig. Ich würde auch nie in einem Lokal anrufen und sagen, ich komme da jetzt hin, aber bitte schirmt mich ab.

Es gibt Sie gar nicht inkognito?
Nein. Ich kann auch nicht ohne die Brille rausgehen. Selbst wenn, ich werde schon von hinten erkannt. Ich fühle mich trotzdem wohl in meiner Haut. Wenn ich jetzt hier durch Berlin gehe und keiner würde mich erkennen, niemand würde rufen „Heino, wie du wieder aussiehst!“ – ich glaube, ich wäre fast enttäuscht.

Es gab vor ein paar Jahren eine Zeit, da haben Sie das Haus seltener verlassen. Sie hatten eine Abschiedstournee gegeben, wollten kürzertreten. Das hat nicht funktioniert?
Ich bin nach einer Weile unangenehm geworden. Ich bin immer durch die Wohnung gelaufen und wusste nichts mit mir anzufangen.

Es gibt Bibliotheken voll mit Büchern …
… ich hatte mit Literatur sehr wenig zu tun. Musikliteratur vielleicht, aber sonst? Bücher lesen, das war alles nicht bei mir auf dem Plan. Man muss sich doch vorstellen: Ich war bis dahin Tag für Tag von morgens bis abends mit Musik unterwegs, immer irgendwo im Stress, im positiven Stress. Und plötzlich saß ich zu Hause und – da war nichts. Weil man in diesem Job ja auch keine Freunde hat.

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