Kindheitsschätze : Ach, hätt' ich das nur aufgehoben

Als Kinder lasen sie „Micky Maus“, spielten mit Matchbox-Autos, sammelten Fußballbildchen. Dann landete alles auf dem Flohmarkt oder im Müll. Schön blöd. Heute wären die Sachen viel wert. Sechs wehmütige Erinnerungen.

Fantasiefigur, Fantasiepreise. Die erste Barbie aus dem Jahr 1959 ist ein begehrtes Sammlerstück.
Fantasiefigur, Fantasiepreise. Die erste Barbie aus dem Jahr 1959 ist ein begehrtes Sammlerstück.Foto: p-a/ dpa

1959: Barbie-Puppe

Meine Eltern hatten wenige Erziehungsprinzipien. Bei einem aber waren sie radikal: Mit einer Barbie, die nach Plastik stinkt, sollte ich nie spielen. Sie hatten nur vergessen, diese Maxime der ganzen Welt mitzuteilen, und so schenkte mir unsere Lieblings-Supermarktkassiererin meine erste Mattel-Puppe. Rosa Glitzerkleid, fantastische Maße, 99-46-84. Ich war fünf und schrie vor Glück.

Barbie - Ein pinkes Traumhaus auf dem Alexanderplatz
Die dreijährige Selina kam mit ihrer Mama Doreen zum Barbie-Haus am Alexanderplatz.Weitere Bilder anzeigen
1 von 31Foto: Kitty Kleist-Heinrich
17.05.2013 15:17Die dreijährige Selina kam mit ihrer Mama Doreen zum Barbie-Haus am Alexanderplatz.

Danach schenkten alle Barbies. Meine Schwester und ich waren jahrelang genügsam genug, ihnen die weißen Sandalen aus- und die lachsfarbenen High Heels anzuziehen. Als die Ansprüche höher wurden, tauschten wir den ganzen Kram ungerührt gegen wenige Mark auf dem Flohmarkt. Wie gedankenlos! Heute erzielen die Puppen, die Ruth Handler 1959 erfunden hatte, bei Sammlern tausende Euro. Seit den 80er Jahren vertreibt Mattel extra Sammlerbarbies, eine diamantbesetzte gab es bei Christies für rund 217.000 Euro. 40 Jahre alte Puppen wurden für 13.500 Euro versteigert und auf der Webseite „2nice4play“ kostet das Kleidungsset „Winter Holiday“ von 1959 in der Originalverpackung 199 Euro. Darin: weißes Mäntelchen, rote Lederhandschuhe, Handtasche. Julia Prosinger

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