Parfüm : Tanz der Moleküle

Zitrus, Sandelholz, Rhabarber, Patchouli – die Parfümeure haben es auf unsere Nasen abgesehen. Ulrich Lang erklärt die Welt der Düfte.

Birte Carolin Sebastian
Kleine Flasche, großes Geld.
Kleine Flasche, großes Geld.Foto: mauritius images

Herr Lang, der Sommer ist da. Was ist für Sie ein klassischer Urlaubsduft?

Viele assoziieren Urlaub mit Sonnencreme, oft wird „Ambre solaire“ genannt, ich selbst assoziere „Bain de soleil“ mit Ferien. Da denke ich an einen Sonnenstuhl am richtigen Fleck und das Meer. Außerdem macht mich der Duft von Lindenblüten glücklich – und eine frische Seebrise muss dabei sein. Auf keinen Fall irgendeine Erinnerung an die Gluthitze von New York.

Sie leben in Manhattan. Ist Ihnen mal übel geworden, als jemand parfümiert neben Ihnen stand?

Das passiert sogar relativ häufig. Man ist ja immer so sardinenmäßig eingesperrt – in Fahrstühlen oder der U-Bahn. Da drehe ich mich gleich weg.

Also lieber öffentliche Räume beduften?

Schwierig. Ich mag es neutral, denn ein Duft ist etwas sehr Persönliches, den man selber auswählen sollte. Er darf nicht zu aufdringlich wirken, das mag ich gar nicht.

Welches Parfüm haben Sie als Teenager für sich ausgesucht?

„Minotaure“ von Paloma Picasso, das war ein orientalischer Duft, der ein bisschen nach Koriander und Sandelholz roch. Ich muss so 15 gewesen sein. Habe ich mein erstes Parfüm geschenkt bekommen? Ich weiß gar nicht mehr.

Fing damit Ihre Beziehung zu Parfüms an?

Ich bin in Süddeutschland aufgewachsen, meine Großmutter hatte einen Friseursalon mitsamt kleiner Parfumerie, da wurde ich in diese Duftwelt hineingeboren. Ich erinnere mich an vieles, das es heute nicht mehr gibt, wie das Teer-Shampoo von Keralogie. Dadurch lernte ich früh, Düfte zu unterscheiden. Als ich in Passau Betriebswirtschaft studiert habe, ging ich für ein Praktikum zum Kosmetikkonzern Estée Lauder. Mehrere Menschen rieten mir, etwas mit Düften zu machen. Aber erst 2003 war ich so weit.

Womit verknüpfen Sie Düfte?

Fast immer mit Menschen. Wenn ich an meine Großmutter denke, fällt mir der Geruch von warmen Zwetschgen mit Zimt oder Apfelmus ein.

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