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Pech am Set : Katastrophen-Filme

12.02.2014 17:57 Uhrvon
The Crow - Die Krähe (1994).Bild vergrößern
The Crow - Die Krähe (1994). - Foto: Imago

"The Crow" kommt 1994 in die Kinos, Hauptdarsteller Brandon Lee ist während der Dreharbeiten erschossen worden. Ein spektakulärer Fall - doch nicht das einzige Mal, dass aus Spiel Ernst wurde: Neun Dramen aus der Geschichte des Films.

The Crow - Die Krähe (1994)

In der Comicverfilmung übernimmt der bis dahin unbekannte Brandon Lee, Sohn von Kampfkünstler Bruce Lee, die Hauptrolle. Er spielt Eric Draven, einen quasi unverwundbaren Rächer, der nacheinander die Mitglieder einer Gang tötet. In einer Szene soll auf Draven laut Skript drei Mal mit der Pistole gefeuert werden. Schon beim ersten Schuss sackt Darsteller Lee zusammen. Die Anwesenden halten es für einen Scherz, dann entdecken sie das Einschussloch im Unterleib. Nach einer Not-OP stirbt Lee an inneren Blutungen. Durch die Veröffentlichung des Kinofilms im folgenden Jahr wird Brandon Lee posthum zum Star.

Der Unfall ist nicht zu sehen, die entsprechende Szene wird mit Körperdouble nachgedreht. Gutachter stellen fest, dass sich in der Waffe zwar keine scharfe Munition befunden hat, dafür aber ein scharfkantiges Projektil, das sich bei einer früheren Aufnahme im Lauf verklemmt hatte. Weitere Vorfälle am Set: Ein Wirbelsturm zerstört die Kulissen, ein Crewmitglied stirbt nach einen Stromschlag, und die gesamte Presseabteilung kommt bei einem Autounfall ums Leben.

Shark! (1969)Bild vergrößern
Shark! (1969) - Foto: Cinetext

Shark! (1969)

Acht Jahre vor "Der Weiße Hai" soll Burt Reynolds (rechts) einen Waffenschmuggler spielen, der in einer haiverseuchten Meeresregion nach einem Schiffswrack sucht, um eine Kiste voller Goldbarren zu heben. Laut Drehbuch spielt die Handlung am Roten Meer, gedreht wird aber an der mexikanischen Pazifikküste. Für die meisten Tauchszenen werden Stuntmen eingesetzt - und weiße Haie, die vorab medikamentös ruhiggestellt wurden. Bei einem Exemplar wirkt die Dosierung nicht: Das Tier beißt den jungen Stuntman José Marco tot. Als das Produktionsteam versucht, aus dem Vorfall einen kommerziellen Nutzen zu ziehen, steigt Regisseur Samuel Fuller entsetzt aus dem Projekt aus. Der ursprünglich geplante Titel "Caine" wird dennoch in "Shark!" geändert, das offizielle Plakat wirbt mit dem Slogan "Ein realistischer Film, der zu real wurde".

The Warrens of Virginia (1924).Bild vergrößern
The Warrens of Virginia (1924). - Foto: public domain

The Warrens of Virginia (1924)

Martha Mansfield gilt als aufstrebendes Talent der jungen Stummfilm-Industrie. Nach diversen Komödien erhält sie eine ernsthafte Rolle, die ihr zum Durchbruch verhelfen soll: Der Film spielt zur Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs, Mansfield mimt eine junge Südstaatlerin, die sich in einen Soldaten aus dem Norden verliebt. Dafür muss sie ein opulentes Rüschenkleid mit Petticoat tragen, das sie den gesamten Drehtag über anbehält. In einer Pause sitzt sie am Set im Auto mit offener Fahrertür. Nebenan unterhält sich eine Gruppe Raucher. Einer wirft seinen brennenden Zigarettenstummel so ungünstig zu Boden, dass die Spitze von Mansfields Kleid Feuer fängt. Innerhalb von Sekunden brennt das ganze Kostüm, die Schauspielerin kann sich wegen des sperrigen Kleides nicht aus dem Auto befreien. Sie stirbt am nächsten Tag in der Klinik.

Der Verrat des Surat Khan (1936)Bild vergrößern
Der Verrat des Surat Khan (1936) - Foto: pa

Der Verrat des Surat Khan (1936)

Der Abenteuerfilm spielt vor dem Hintergrund einer realen historischen Schlacht, die Mitte des 19. Jahrhunderts während des Krimkriegs stattfand: Briten und Franzosen standen damals der russischen Armee gegenüber, wegen eines Missverständnisses wagten knapp 700 britische Kavalleristen den Alleinangriff gegen die haushoch überlegenen feindlichen Kanonenstellungen, es gab hohe Verluste. Auch das Nachstellen dieser Schlacht am Filmset fordert Todesopfer. Ein Stuntman fällt von seinem Pferd und stürzt in ein am Boden liegendes Schwert. Was die Öffentlichkeit allerdings noch mehr schockiert: Weil Regisseur Michael Curtiz Stolperfallen einsetzt, brechen sich bei der Schlachtszene insgesamt mehr als 100 Pferde die Beine, sie werden später erschossen. Der US-Kongress erlässt daraufhin verschiedene Gesetze, wonach Tiere am Filmset nicht absichtlich gequält werden dürfen.

Der Eroberer (1956).Bild vergrößern
Der Eroberer (1956). - Foto: Imago

Der Eroberer (1956)

Die Rolle des Dschingis Khan hätte John Wayne (rechts) besser nicht angenommen. Für seine Leistung wird er den Golden Turkey Award als "größte Fehlbesetzung aller Zeiten" verliehen bekommen. Noch viel schlimmer ist aber die Tatsache, dass die Außendrehs im Snow Canyon im US-Bundesstaat Utah stattfinden - nicht weit von einem Atomwaffentestgebiet entfernt. Ein Jahr vor Drehbeginn zünden Wissenschaftler hier unter anderem die Bombe "Harry", die wegen der freigesetzten Radioaktivität später den Namen "Dirty Harry" erhält. Von den 220 Crewmitarbeitern erkranken innerhalb der nächsten drei Jahrzehnte mehr als 90 an Krebs, neben dem Regisseur sterben auch etliche Darsteller. John Wayne selbst erliegt 1979 ebenfalls einem Krebsleiden. Der Hollywood-Star glaubt jedoch noch kurz vor seinem Tod, die vielen Zigaretten seien schuld.

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