Popsängerin Judith Holofernes : Meine Tiere

Pferde jagen ihr Angst ein, vom Hai ist sie traumatisiert – aber alles mit langen Nasen muss sie einfach lieben. Sängerin Judith Holofernes präsentiert ihre animalische Hitparade.

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Judith Holofernes mag Tiere und schreibt Bücher darüber.
Judith Holofernes mag Tiere und schreibt Bücher darüber.Foto: picture alliance / Geisler-Fotop

Judith Holofernes wurde als Sängerin der Popband Wir Sind Helden („Müssen nur wollen“) bekannt. Gerade hat die Berlinerin ein Buch mit Tiergedichten veröffentlicht, von Vanessa Karré illustriert: „Du bellst vor dem falschen Baum“. Hier kürt sie ihre acht schönsten und hässlichsten Tiere.

HUND

Als ich klein war, hatten wir zuerst einen Schäferhundmischling aus dem Tierheim, der definitiv eine Schacke hatte. Meine Freundin und ich waren sieben, haben mit dem Hund Seeungeheuer gespielt, also sind kreischend zwischen Möbeln hin- und hergesprungen, und der Hund hüpfte bellend um uns herum.

Eines Tages hat er mich ins Gesicht gebissen, danach brachte ihn meine Mutter wieder ins Heim. Auf keinen Fall einen anderen Hund, sagte sie noch – und kam mit einer Spitz-Spaniel-Mischung zurück. Das war Flummi, schwarz, spitze Nase, puscheliger Ringelschwanz, völlig hysterisch, der Inbegriff eines verzogenen Hundes.

Wenn er sich gefreut hat, einen zu sehen, ist er sofort hochgesprungen und musste plötzlich niesen. Der Rückstoß hat ihn jedes Mal einen Meter weit nach hinten geschleudert.

Morgens ist er mit einer grazilen Würde auf meine Brust gesprungen, hat sich daraufgelegt und mir so lange ins Gesicht geatmet, bis ich wach wurde. Flummi wurde stolze 13 Jahre alt.

Trauriges Ende der Geschichte: Als ich mit 20 von Freiburg nach Berlin zog, ging es mir radikal gesundheitlich besser. Es stellte sich heraus, dass ich gegen Tierhaare allergisch bin. Seitdem habe ich keine Haustiere mehr. Das bricht mir das Herz.

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