Schauspielerin Nina Kunzendorf : "Ich wackle nicht so gern an der Oberfläche rum"

21 Drehtage für 90 Minuten Film? Kann nichts werden, sagt Nina Kunzendorf. Über Sorgfalt, Geldmangel und ihren inneren Mülleimer. Unser Blendle-Tipp.

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Nina Kunzendorf hat eine Vorliebe für komplexe Charaktere und geht den Dingen gerne auf den Grund.
Nina Kunzendorf hat eine Vorliebe für komplexe Charaktere und geht den Dingen gerne auf den Grund.Foto: Mike Wolff

Frau Kunzendorf, in Ihrem aktuellen Fernsehfilm wirft sich Anke Engelke nach einem Streit auf offener Straße in Südafrika in den Staub und bittet Sie um Verzeihung …

… das war eine sehr laute Ecke. Wir drehten mit Steadycam, es gab keine Absperrungen, der normale Verkehr lief einfach weiter. Wir brüllten uns an, da hielt ein Auto neben uns, der Fahrer ließ die Scheibe herunter und rief: „Don’t fight, Ladies!“

Das hat es nicht in den Film geschafft.

Leider nein, wir mussten wiederholen, weil irgendwas nicht geklappt hatte. Anderes echtes Leben ist dafür dringeblieben: Gleich am ersten Tag haben wir in Kapstadt auf einem Markt gedreht. Plötzlich fingen die Leute an, ihre Stände abzubauen, das dengelte, schepperte und krachte – ein irrer Lärm. Die Regisseurin Sherry Horman wollte die Atmosphäre rough, lebendig. Wir drehten an Autobahnen, in lausigen Hostels …

Nina Kunzendorf

Sie wurde in Mannheim geboren. Die mit vielen Film- und Fernsehpreisen ausgezeichnete Schauspielerin lernte an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg. Sie spielte unter anderem die Kommissarin Conny Mey im „Tatort“, eine angeklagte Hebamme in „Nacht der Angst“, die rabiate Mutter in der Komödie „Hilfe, wir sind offline!“. Ihr neuer Fernsehfilm, der Thriller „Tödliche Geheimnisse 2“ läuft am 26. August in der ARD. Der erste Teil ist ab dem 25. August in der Mediathek zu sehen.

Nina Kunzendorf, 45, hat zwei Kinder, sie lebt mit dem Regisseur Stefan Kornatz in Berlin zusammen.

Der ARD-Zuschauer wird enttäuscht sein, weil er weder sepiafarbene Ansichten vom Tafelberg noch glückliche Kinderhorden auf dem Dorf zu sehen bekommt.

Wer weiß, vielleicht freut er sich ja auch? Ich war zum ersten Mal in dem Land und fand es sehr irritierend, wie nah Arm und Reich parallel existieren. Da steht eine herrliche Villa, daneben verläuft ein Mords-Stacheldraht, und 200 Meter weiter leben die Menschen in Hütten ohne fließend Wasser. Man spürt, wie es unter der Oberfläche gärt.

Sie wollten das Elend nicht ausblenden?

Natürlich kann man nach Südafrika fahren und es sich gut gehen lassen. Dann muss man nur sehr vieles verdrängen. Es gibt sicher Leute, die gut darin sind. Ich....

Das vollständige Interview können Sie für 45 Cent am digitalen Kiosk Blendle lesen.

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