Sotheby’s : Kein neuer Rekord bei Kunstauktion

Auf dem Kunstmarkt zeigen sich erste Zeichen der Finanzkrise. Ein Gemälde des deutschen Malers Gerhard Richter ist am Freitagabend bei einer Versteigerung in London nicht verkauft worden.

London - „Jerusalem“ (1995), das Spitzenlos der Auktion für zeitgenössische Kunst beim Auktionshaus Sotheby’s, hatte einen Schätzwert zwischen fünf und sieben Millionen Pfund (rund neun Millionen Euro) – eine Summe, die niemand auch nur annähernd bieten wollte. Ein weiteres Richter-Gemälde ging unter dem Schätzpreis weg. „Abstraktes Bild (Rot)“ erreichte nach Angaben des Auktionshauses statt der erhofften drei bis vier Millionen nur 2,84 Millionen Pfund. Das wegweisende Werk aus dem Jahr 1991 ging an einen privaten Sammler.

Noch zu Beginn des Jahres hatte Richter mit dem Gemälde „Kerze“ einen Auktionsrekord von fast acht Millionen Pfund aufgestellt. Der 76-Jährige zählt zu den lebenden Künstlern, die ihre Werke in den vergangenen Jahren fast immer über den Schätzwerken verkaufen konnten.

Bei der Sotheby’s-Auktion am Freitagabend wurden insgesamt gut 22 Millionen Pfund eingenommen. Auch das Totenschädel-Gemälde von Andy Warhol, „Skulls“ (1976) wechselte für rund 4,4 Millionen Pfund den Besitzer. Der Schätzpreis lag hier bei bis zu sieben Millionen Pfund. Ein Werk des britischen Künstlers Damien Hirst ging für rund 825 000 Pfund weg – knapp unter dem Schätzwert von einer Million. Den Schätzwert übertrafen – auf einem preislich deutlich niedrigeren Niveau – der Londoner Inder Anish Kapoor, der ein Bild ohne Titel für 385 250 Pfund verkaufen konnte, das auf 350 000 geschätzt war, und der chinesische Künstler Zhang Huan, dessen ebenfalls titelloses Bild für 199 250 Pfund den Besitzer wechselte. Der Schätzwert lag bei 180 000 Pfund.

Die Europa-Chefin für zeitgenössische Kunst bei Sotheby’s, Cheyenne Westphal, sagte: „Unser Gesamtergebnis konnte nicht den unteren Schätzwert erreichen.“ Sotheby’s sei mit dem Ergebnis dennoch zufrieden. dpa/Tsp

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