Spanair-Flugschreiber : Ein Schrei, der Aufprall, dann Stille

Drei Wochen nach dem dramatischen Flugzeugabsturz in Madrid werden immer mehr Details des Unglücks öffentlich. Die Black Box des Flugzeugs gibt Hinweise auf die letzten Minuten vor dem Absturz. Dazu heißt es nun, die Probleme, die zum Absturz führten, seien schon vorher mehrmals aufgetreten.

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Die Überreste der verunglückten Spanair-Maschine. -Foto: dpa

MadridMehr als drei Wochen nach dem Flugzeugunglück von Madrid hat eine spanische Zeitung erstmals Ausschnitte der Aufzeichnungen des Flugschreibers veröffentlicht. Unmittelbar vor der Katastrophe sei der Schrei eines Mannes durch das Cockpit gegangen, berichtete "El Paìs" unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen am Samstag. Die letzten zehn Sekunden der Black Box belegen demnach, dass in der Pilotenkabine mehrere Alarmknöpfe gedrückt wurden und deren Töne "chaotisch" durcheinander piepten. Die Kommandos zwischen Pilot und Co-Pilot seien wegen der Alarmtöne in der Aufzeichnung kaum zu verstehen. "Aber genau am Ende hört man ganz klar den Schrei eines Mannes, dann einen Aufprall und Stille", schreibt "El Paìs" weiter.

Bekannt wurde nun auch, dass es zwei Tage vor dem Absturz innerhalb weniger Stunden zweimal Schwierigkeiten mit den Vorflügeln ("slats") an den Tragflächen gegeben hatte. Das berichtete die Zeitung "El Mundo" am Samstag. Dies gehe aus dem Wartungsbuch der abgestürzten MD-82 des Gesellschaft Spanair hervor. Der Defekt war demnach elf Tage vor dem Unglück schon einmal aufgetreten. In allen drei Fällen habe es sich um denselben Fehler gehandelt: Die Piloten hätten festgestellt, dass die Automatik zum Ausfahren dieser Vorflügel nicht korrekt funktionierte.

Das Spanair-Flugzeug mit dem Ziel Gran Canaria war am 20. August über die Rollbahn in Madrid hinausgeschossen und in Flammen aufgegangen. 154 der 172 Menschen an Bord der Maschine kamen dabei ums Leben, darunter auch vier Deutsche. Die 18 Überlebenden wurden zum Teil schwer verletzt. Es war das schwerste Flugzeugunglück in Spanien seit 25 Jahren. (mpr/dpa/AFP)

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