SPANIEN : Nach Spanien – mit Hindernissen

Die Belegschaft von Air Iberia streikt gegen Sparpläne. Der Arbeitskampf soll bis zu den Osterferien dauern.

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Harte Hand. Ein streikender Iberia-Angestellter wird verhaftet. Foto: Reuters
Harte Hand. Ein streikender Iberia-Angestellter wird verhaftet. Foto: ReutersFoto: REUTERS

Madrid - Chaos im Luftverkehr mit Spanien: Die größte Streikwelle der Geschichte wird bis zu den Osterferien die Flugverbindungen mit Spanien behindern. Am Montag begann bei Iberia, der größten Fluglinie des Landes, ein Dauerstreik des Kabinen- und Bodenpersonals, der zunächst bis zum Freitag, 22. Februar, dauern soll. Im März sind zwei weitere Streikwochen geplant.

Am ersten Streiktag wurden hunderte Flüge abgesagt oder waren verspätet. Auch ausländische Fluglinien, die vom Bodenpersonal Iberias bei Abfertigung und Gepäckverladung abhängen, sind betroffen. Mehr als 1200 Flüge der Iberia- Gruppe wurden bereits vorsorglich abgesagt. Darunter sind 415 Iberia-Verbindungen und mehr als 800 Flüge der Iberia-Ableger Iberia Express, Vueling und des Partners Air Nostrum. Iberia verschmolz 2011 mit British Airways zur International Airlines Group (IAG). Die IAG ist nach der Lufthansa-Gruppe, Ryanair, Air France/KLM und Easyjet die fünftgrößte Airline Europas. Auch die Lufthansa- Gruppe, zu der Swiss und Austrian Airlines gehören, wies ihre Fluggäste darauf hin, dass es in dieser Woche „zu Behinderungen“ auf der Spanien-Strecke kommen könne. Zwei Lufthansa-Verbindungen von Frankfurt und München Richtung Bilbao wurden gestrichen.

Um einen totalen Zusammenbruch des Iberia-Luftverkehrs in Spanien zu vermeiden, hatte das spanische Verkehrsministerium eine „Mindest-Flugversorgung“ mit annähernd 50 Prozent aller programmierten Flüge durchgesetzt. In den zwei folgenden Streikwochen im März dürfte sich die Lage jedoch noch verschärfen, weil dann nicht nur das Kabinen- und das Abfertigungspersonal, sondern auch die Iberia-Piloten ihre Arbeit niederlegen wollen. Den bisherigen Ankündigungen zufolge soll in den Wochen vom 4. bis 8. März und vom 18. bis 22. März gestreikt werden.

Das Iberia-Personal protestiert gegen den Sparkurs. 3800 der etwa 20 000 Mitarbeiter sollen entlassen werden, zudem sind Gehaltskürzungen und die Streichung von Routen geplant. Die frühere Staatsfluglinie hatte seit Jahren hohe Verluste eingeflogen. Allein in den ersten neun Monaten des Jahres 2012 soll die Airline rund 260 Millionen Euro verloren haben. Iberia-Chef Rafael Sanchez-Lozano sagte, dass es nun „ums Überleben“ gehe. Die Gewerkschaften bezeichnen den Sparplan als „Projekt zur Zerschlagung“ der Fluglinie.

Spaniens Verkehrsministerin Ana Pastor hatte Konzern und Arbeitnehmer vergeblich aufgefordert, einen neuen Streik zu vermeiden. Das Unternehmen wie das Tourismusland Spanien könnten sich diesen Arbeitskampf „nicht erlauben“. Auch im vergangenen Jahr litten Image und Geschäfte der Fluglinie unter einem langen Arbeitskampf. Jeder Streiktag verursache neue Millionenverluste, hieß es.

Iberia macht die Konkurrenz der Billig-Fluglinien Richtung Spanien immer stärker zu schaffen. Gut zwei Drittel des Spanien-Flugmarktes haben inzwischen Billig-Fluglinien unter sich aufgeteilt – auch wenn deren Tarife oft gar nicht unbedingt günstiger sind als jene der traditionellen Airlines.

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