Welt : Spanien: Norwegen war ihr Schicksal

Ralph Schulze

Eine Frau finden und heiraten ist auch für einen Prinzen zuweilen alles andere als märchenhaft. Jedenfalls wenn einem die große Liebe ständig von der Klatschpresse und den Hofschranzen madig gemacht wird, so wie es bei Spaniens Thronfolger Prinz Felipe (33) und seiner bürgerlichen Freundin Eva (26) der Fall ist. Doch wahre Liebe ist, die auch diesen Sturm heil übersteht. Dass diese Regel auch für königliche Gefühle gilt, hat dem Rest der Welt nun Norwegens Prinz Haakon vorgelebt, der sich gerade mit seiner einst sündigen Mette-Marit vermählte.

Wie der Zufall es wollte, trafen sich Spaniens Traumprinz und das norwegische Model Eva Sannum erstmals vor vier Jahren bei einer Feier im norwegischen Königshaus. Nun sahen sie sich auf der Hochzeit Hakoons wieder. Und sie beschlossen offenbar insgeheim in ihren Herzen, es irgendwann einmal ganz genauso der widerspenstigen Welt zu zeigen - und sich das Ja-Wort zu geben.

Jedenfalls wurde Spaniens Prinz dabei erwischt, wie er genussvoll die Fotos auf den Titelseiten der spanischen Tageszeitungen überfliegt, auf denen ein ausgelassen scherzender Felipe neben seiner zauberhaft lächelnden Eva zu sehen ist. Er in schmucker schwarzer Galauniform, sie im keck ausgeschnittenen blauen Kleid. Zwar ohne Küßchen oder Umarmung, aber beide im siebten Himmel.

Dieses die Nation bewegende Foto gilt der spanischen Öffentlichkeit als Beweis dafür, dass der Thronfolger und das Model es nun tatsächlich ernst meinen mit ihrer Liebesbeziehung, die offiziell ja immer noch keine ist. Zwar sehen sich die Sprecher des Königspalastes in Madrid inzwischen genötigt, zu bestätigen: "Die beiden sind seit längerer Zeit Freunde." Doch von Liebe oder gar läutenden Hochzeitsglocken will man offiziell noch nichts wissen. "Die Zeit wird es zeigen", heißt es lapidar auf die Frage, wie die spanisch-norwegische Love-Story weitergehen wird. Dass es eine tiefleidenschaftliche Romanze und nicht nur eine "Freundschaft" ist, daran hegt in Spanien eigentlich niemand mehr einen Zweifel. Schließlich verbringen Felipe, der sich in Spanien gewissenhaft auf seine Königsrolle vorbereitet und Eva, die in Oslo neuerdings brav Publizistik studiert, jede frei Minute zusammen. Skihüttenromatik in Sankt Moritz, ein langes Wochenende in Paris, ein lauschiges Treffen in einer kleinen Pension in Oslo. Alles so diskret, wie es für einen Königssohn eben möglich ist. Aber inzwischen ist es kein Geheimnis mehr, dass Felipe seine Märchenprinzessin auch seinen Eltern, Spaniens König Juan Carlos und Königin Sofia, vorstellte.

Der 63jährige Juan Carlos, der selbst als lebenslustig und volksnah gilt, machte schon vor längerer Zeit klar, dass die bürgerliche, aber sympathische Eva für ihn kein Problem sei: Sein Sohn heirate, "wann und wen er will". Von Königin Sofia (62), Schwester des griechischen Ex-Königs Konstantin, weiß man, dass sie mehr Wert auf Etikette legt und lieber eine adelige Schwiegertochter hätte.

Doch ernsthafter Widerstand aus dem Palast ist nicht zu erwarten. Sonnst hätte das Königshaus wohl nicht in einem aufsehenerregenden Vorgang unlängst dementiert, dass es angeblich gegen eine Beziehung zwischen Eva und Felipe sei. Die harte und abfällige Kritik an der Liaison in der erzkonservativen Tageszeitung "ABC" stelle nicht die Meinung der "Royals" dar, ließ man ganz offiziell erklären. Diese Intervention bezog sich vor allem auf die verbalen Salven des steinernen Monarchisten und Königsbiografen Jose Luis Vilallonga, der eine mögliche Ehe zwischen den beiden als "schweren Irrtum" bezeichnete, mit dem die Königsfamilie sich "auf britisches Niveau" herablasse. Und der nicht minder verkrustete Historiker Carlos Seco Serrano setzte nach: "Es wäre unfassbar, auf dem Thron eine junge Frau zu sehen, deren einzige Qualifikation ihre perfekten Modemaße sind."

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben