Welt : Spanien streitet um Spanair-Crash

Madrid - Einen Monat nach dem Absturz eines Spanair-Flugzeugs in Madrid ist die Ermittlungskommission in die Kritik geraten. Das Gremium, das die Ursache der Flugzeugkatastrophe mit 154 Toten aufklären soll, muss sich vorwerfen lassen, vertrauliche Emittlungsergebnisse der Presse zugespielt zu haben. Verkehrsministerin Magdalena Alvarez kündigte an, sie werde dafür sorgen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Sie wies zugleich den Vorwurf zurück, ihr Ministerium habe der Presse die Informationen zugespielt.

Mitglieder der Kommission hatten aus Protest gegen die Veröffentlichungen das Gremium verlassen. In den vergangenen Tagen war in den Medien unter anderem der Entwurf des vorläufigen Berichts der Untersuchungskommission aufgetaucht. Die Zeitung „El País“ veröffentlichte zudem in ihrer Online-Ausgabe ein Video des Absturzes sowie Tonmitschnitte der ersten Notrufe. Der zuständige Ermittlungsrichter forderte das Blatt auf, den Film nicht länger zu zeigen. Die Zeitung weigerte sich jedoch und verwies auf das Recht auf Informationsfreiheit. Zudem seien die Aufnahmen über das Internet längst weltweit verbreitet worden. dpa

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