• Spektakulärer Prozess: Schuldspruch für Kanadas schrecklichsten Serienmörder

Spektakulärer Prozess : Schuldspruch für Kanadas schrecklichsten Serienmörder

Der Kanadier Robert Pickton ist für schuldig befunden worden, sechs Frauen getötet zu haben. Er soll seine Opfer bestialisch ermordet und teilweise an Schweine verfüttert haben. Vermutlich gehen noch weit mehr Morde auf sein Konto.

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Robert Pickton. -Foto: dpa

New York/VancouverEine zwölfköpfige Jury verkündete die Entscheidung im größten Serienmord-Prozess der kanadischen Geschichte nach einer mehr als achttägigen Marathonberatung. Der 58-jährige Schweinezüchter Robert Pickton soll die Frauen aus dem Rotlichtmilieu von Vancouver zwischen 1997 und 2001 auf seiner Farm ermordet und beseitigt haben, berichtete die Zeitung "Vancouver Sun". Dem Farmer droht eine lebenslange Freiheitsstrafe. Zudem erwartet ihn ein zweiter Prozess, in dem ihm der Mord an 20 weiteren Frauen vorgeworfen wird.

Pickton nahm den Schuldspruch vor dem Gericht in New Westminster bei Vancouver ohne Reaktion auf. Zwischen seinen Anwälten stehend, schaute er reglos zu Boden. Die Familien der Opfer reagierten mit gemischten Gefühlen. Sie hatten zum Teil seit Tagen in dem Gerichtsgebäude auf die Entscheidung gewartet. Zwei junge Frauen in der Jury weinten, als der Vorsitzende das Votum verkündete. Über das Strafmaß soll am Dienstag beraten werden.

Pickton könnte schon nach 10 Jahren freikommen

Die Anklage hatte Pickton vorgeworfen, labile und drogenabhängige Prostituierte mit Versprechungen auf seine Farm gelockt und dort bestialisch umgebracht zu haben. Den Vorwurf des geplanten und vorsätzlichen Mordes ließ die Jury fallen. Damit könnte der Beschuldigte schon nach 10 statt nach 25 Jahren zur Bewährung auf freien Fuß gesetzt werden.

Der Farmer hatte sich für unschuldig erklärt, in dem seit Januar laufenden Prozess aber geschwiegen. Nach seiner Festnahme 2002 hatte die Polizei auf dem Hof zahlreiche Mordspuren gefunden, darunter auch Überreste der sechs Frauen. Einen eindeutigen Beweis für Picktons Täterschaft - etwa über DNA-Analysen - gab es nicht. Er selbst hatte gegenüber einem in seine Zelle eingeschleusten Polizeispitzel behauptet, er habe 49 Frauen ermordet und wolle noch eine mehr umbringen, "um die 50 vollzukriegen". In Vancouver sind in den vergangenen drei Jahrzehnten mehr als 60 Frauen spurlos verschwunden. (smz/dpa/AFP)

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