Welt : Spenden oder nicht spenden?

Das Aufkommen für Birma und China ist bisher gering / Alles kommt an, versprechen Hilfsorganisationen

Dennis Grabowsky

China ist diktatorisch und unterdrückt mit Gewalt die Tibeter, Birmas Militärführung betreibt ein zynisches Machtspiel mit ausländischer Hilfe. Ist es überhaupt sinnvoll, für die Opfer in Birma und China zu spenden? Die einhellige Antwort der Hilfsorganisationen lautet: Ja. Bisher ist das Spendenaufkommen wegen der großen Verunsicherung gering. Doch trotz der Behinderungen in Birma kommen die Spenden bei den Opfern an. Viele Organisationen arbeiten mit Partnern im Land zusammen oder haben eigene Mitarbeiter dort. Diese konnten unmittelbar nach der Katastrophe aus eigener Initiative mit den Hilfsarbeiten beginnen. „Wir erreichen mit unseren gut 100 Angestellten und zusätzlichen freiwilligen Helfern bislang 16 000 Menschen“, sagte Achim Reinke von Caritas International. Das Bündnis „Aktion Deutschland hilft“ berichtete von über 1000 Helfern in Birma. Stefanie Koop von der Welthungerhilfe sagt, die Organisation könne dort die Güter mit der eigenen Infrastruktur verteilen. „Jeder Euro kommt da an, wo er benötigt wird.“ Von Berlin aus sollen heute sechs Trinkwasseraufbereitungsanlagen des Roten Kreuzes nach Birma gebracht werden. Auch das Technische Hilfswerk setzt in Birma sechs solcher Anlagen ein. Unicef-Sprecher Rudi Tarneden sagte, Unicef habe bereits 300 000 sogenannte Health Kits für die medizinische Grundversorgung verteilt.

Für China haben bisher erst wenige Organisationen zu Spenden aufgerufen – Caritas, Diakonie und Rotes Kreuz. Die anderen Organisationen betonen, dies habe keine politischen Gründe, sie hätten in China keine Strukturen für akute Katastrophenhilfe. So hat Unicef Kinderprojekte in China, aber keine Mitarbeiter, die bei einem Beben helfen könnten. Bei alldem gibt es einen bedeutsamen Unterschied. Die Militärregierung in Birma ist unfähig, der eigenen Bevölkerung zu helfen. Chinas Volksbefreiungsarmee dagegen ist im Katastropheneinsatz geübt und macht derzeit offenkundig eine vorbildliche Arbeit.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben