• Spendenbereitschaft eingebrochen: Wau-Holland-Stiftung stellt Förderung von Wikileaks ein

Spendenbereitschaft eingebrochen : Wau-Holland-Stiftung stellt Förderung von Wikileaks ein

Für das laufende Jahr zahlt die Wau-Holland-Stiftung nur noch ein paar tausend Euro an Serverkosten für Wikileaks, in den Jahren zuvor waren es noch sechsstellige Beträge gewesen. Grund ist offenbar die schillernde, aber auch streitbare Figur des Wikileaks-Gründers Julian Assange.

Streitbar: Julian Assange, der Gründer von Wikileaks. Er lebt seit Sommer 2012 in einer Botschaft in Klondon.
Streitbar: Julian Assange, der Gründer von Wikileaks. Er lebt seit Sommer 2012 in einer Botschaft in Klondon.Foto: dpa

Die deutsche Wau-Holland-Stiftung (WHS) hat die finanzielle Förderung der umstrittenen Enthüllungsplattform Wikileaks drastisch zurückgefahren. Das geht aus dem Transparenz-Bericht der Stiftung hervor, der am Montag online veröffentlicht wurde. In den Jahren 2010 bis 2012 hatte die Stiftung aus dem Umfeld des Chaos Computer Clubs noch insgesamt knapp 1,5 Millionen Euro für das Projekt des Wikileaks-Gründers Julian Assange zur Verfügung gestellt. 2013 sollen nur noch die Serverkosten in Höhe von rund 8000 Euro bezahlt werden.

Wikileaks und Julian Assange
"Don't shoot the messenger" - oder gehört Assange endlich nach Schweden ausgeliefert, um sich in einem rechtsstaatlichen Verfahren den Vorwürfen sexueller Übergriffe zu stellen?Weitere Bilder anzeigen
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16.08.2012 14:48"Don't shoot the messenger" - oder gehört Assange endlich nach Schweden ausgeliefert, um sich in einem rechtsstaatlichen Verfahren...

Grund für die drastische Kürzung der Wikileaks-Förderung ist das sinkende Spendenaufkommen. Im Jahr 2010 gingen bei der Wau-Holland-Stiftung noch rund 1,3 Millionen Euro projektbezogene Spenden für Wikileaks ein. Mit den strafrechtlichen Vorwürfen gegen Assange sank aber die Spendenbereitschaft rapide. 2011 gingen noch knapp 140 000 Euro ein, 2012 dann nur noch knapp 69 000 Euro.

Gegen den 41 Jahre alten Australier besteht ein EU-weiter Haftbefehl wegen Sexualdelikten in Schweden. Im Dezember 2010 hatte sich Assange der Polizei in London gestellt, wurde dann in einen Hausarrest entlassen und sitzt seit Juni 2012 in der diplomatischen Vertretung Ecuadors in London fest. Er war dorthin geflüchtet, weil er von den britischen Behörden nach Schweden ausgeliefert werden soll. Ecuador hat ihm politisches Asyl gewährt.

Höhere Zuwendungen an Wikileaks würden nur möglich sein, wenn sich das Spendenaufkommen erhöhe, erklärte die WHS. „Die Stiftung wird in einem solchen Fall die bisherige Förderung von WikiLeaks wieder aufnehmen.“ Die WHS wurde nach dem deutschen Journalisten und Computeraktivisten Herwart Holland-Moritz (1951-2001) benannt. Er trug das Pseudonym Wau Holland und war Mitbegründer des Chaos Computer Clubs (CCC). (dpa)

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