Welt : Sperren sollen die 900 Tonnen Rohöl aus dem russischen Tanker aufhalten

Einen Tag nach der Havarie eines russischen Öltankers im Marmara-Meer hat die türkische Küstenwache Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Ölpest begonnen. Noch am Donnerstagmorgen hatte starker Wind ein schnelles Vorgehen gegen eine Ölpest an der Küste vor Istanbul verhindert. Es sei lange Zeit nicht gelungen, den Ölteppich nach der Havarie eines russischen Öltankers mit Sperren einzudämmen, hieß es im türkischen Umweltministerium. Nachdem sich die starken Winde abgeschwächt hätten, sei es im Tagesverlauf jedoch gelungen, Sperren auszubringen. Jetzt werde darüber beraten, wie das Rohöl, das sich noch in dem Schiffswrack befindet, in einen anderen Tanker gepumpt werden könnte.

Die 3463 Bruttoregistertonnen große "Wolgoneft 248" war am Mittwoch im Marmara-Meer dicht vor der türkischen Bosporus-Metropole Istanbul bei einem Sturm auf Grund gelaufen und kurz darauf in zwei Teile gebrochen. Nach Angaben von Umweltminister Aytekin sind noch etwa 2000 Tonnen Rohöl im gesunkenen Bugbereich des Wracks. Im hinteren Teil, der einige hundert Meter vom Ufer entfernt festsitzt, könnten sich nach diesen Angaben noch 1000 Tonnen Öl befinden.

Insgesamt hätten sich seit dem Unglück etwa 900 Tonnen Rohöl ins Meer ergossen, sagte Aytekin weiter. Ölplacken seien auf zwei Kilometer Länge an Stränden und auf Felsen angeschwemmt worden. Fünf Besatzungsmitglieder seien über Nacht an Bord des festsitzenden Wracks geblieben, berichtete der türkische Fernsehsender NTV am Donnerstag. Sie hätten befürchtet, dass die türkischen Behörden den Tanker beschlagnahmen könnten, wenn das Schiff völlig verlassen wäre. Unterdessen hat die Stadtverwaltung von Istanbul die Schiffseigner mit einem Bußgeld von umgerechnet 70 000 Mark belegt.

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