Welt : Spezialkräfte identifizieren - Viele der geborgenen Opfer sind unkenntlich

Die Identifizierung von Opfern der Katastrophe gestaltet sich so schwierig, dass eine Spezialeinheit der niederländischen Polizei mit den Arbeiten betraut werden musste. 144 Männer, davon 85 bei den unmittelbaren Sucharbeiten, durchforsten das Unglücksareal nach menschlichen Körpern, schilderte der Leiter der Einheit, Dick de Jong, am Montag. Am Mittag waren 15 Tote geborgen, erst wenige davon identifiziert.

Zunächst werde versucht, die Katastrophenopfer zu bergen. Dazu sei es notwendig, die erste Schutt-Schicht zu durchstöbern, sie anschließend abzutragen und darunter weiter zu suchen. Werden menschliche Körper oder Teile davon gefunden, müssten sie nach Besonderheiten und Charakteristika untersucht und aufgelistet werden. Im Falle von Enschede sei etwa nicht klar, ob es sich bei geborgenen Leichen um Anwohner des Gebietes oder um Schaulustige handele.

Deshalb sei es besonders wichtig, so schnell wie möglich eine umfassende Liste der tatsächlich Vermissten zu bekommen, sagte de Jong. Nach Angaben der Behörden werden noch 200 Menschen vermisst. Jedoch ist nicht klar, ob sie sich zum Zeitpunkt der Katastrophe am Ungücksort aufgehalten hatten, oder etwa in Urlaub gefahren waren und sich bis heute nicht gemeldet haben.

Der so genannten technischen Identifizierung folge die taktische Identifizierung, sagte de Jong. Nachbarn, Angehörige und Freunde würden befragt, charakteristische Besonderheiten verglichen. Oft könne die Suche Tage oder Wochen dauern.

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