Sprache : "Fanmeile" ist das Wort des Jahres

Die WM hat ihre Spuren auch in der Sprache hinterlassen: "Fanmeile" wurde zum Wort des Jahres 2006 gekürt. Auch die "Klinsmänner" schafften es in die Top Ten der Jury.

Wiesbaden - Auf den zweiten Platz kam die "Generation Praktikum". Diese Bezeichnung umschreibt nach Ansicht der Gesellschaft für deutsche Sprache ein für viele "weniger positives Lebensgefühl" der jüngeren Generation, die vermehrt unbezahlten oder minderbezahlten Tätigkeiten in ungesicherten beruflichen Verhältnissen nachgehen müsse. Rang drei nahm der Begriff "Karikaturenstreit" ein, der sich auf die Auseinandersetzung um Karikaturen des Propheten Mohammed bezieht.

Auf dem vierten Platz landete der "Rechtschreibfrieden", der das vorläufige Ende der Diskussionen um die Rechtschreibreform umschreibt. Auf Rang fünf schafft es das "Prekariat" - eine nach Auffassung der Jury "durchaus kritisch zu sehende Bennenungsalternative" für die "Unterschicht". Den sechsten Platz nimmt das "Bezahlstudium" ein, das Studenten durch die Einführung von Studiengebühren in mehreren Bundesländern erwartet.

Problembär und Poloniumspuren

Auf den weiteren Plätzen folgen der im Sommer durch Bayern streifende Problembär "Bruno" und "Poloniumspuren", denen derzeit im Fall des vergifteten Ex-Spions Alexander Litvinenko nachgegangen wird. Am Ende der Rangliste finden sich weitere Wörter, die bei der Fußball-WM im Sommer entstanden: Auf Rang neun landen die "Klinsmänner" als Bezeichnung für die von Jürgen Klinsmann betreuten Fußball-Nationalspieler. Den zehnten Platz nimmt die Wortschöpfung "schwarz-rot-geil" ein, mit der nach Ansicht der Jury die Grundstimmung der Bevölkerung während des Fußballfestes abgerundet werde.

Im vergangenen Jahr war "Bundeskanzlerin" zum Wort des Jahres gewählt worden. Die "Wörter des Jahres" wurden erstmals 1972 veröffentlicht. Ausgewählt werden Wörter und Ausdrücke, die die öffentliche Diskussion des betreffenden Jahres besonders bestimmt haben, für wichtige Themen stehen oder in sonstiger Weise als charakteristisch erscheinen. Dabei gehe es aber nicht um die Häufigkeit ihrer Verwendung, betonte die GfdS. Mit der Auswahl sei auch keine Wertung verbunden. (tso/ddp)

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