Sprintstar unter Mordanklage : Trainer: Pistorius will wieder trainieren

Derzeit gibt es Unklarheiten, ob der unter Mordanklage stehende Oscar Pistorius bald sein Training wieder aufnehmen wird. Sein Trainer behauptet das, seine Familie dementiert - Pistorius sei noch zu traumatisiert vom Tod seiner Freundin.

Der unter Mordanklage stehende Sprintstar Oscar Pistorius. Foto: dpa
Der unter Mordanklage stehende Sprintstar Oscar Pistorius.Foto: dpa

Nach der Lockerung seiner Reisebeschränkungen ist unklar, ob der unter Mordanklage stehende südafrikanische Sprintstar Oscar Pistorius bald wieder für Wettkämpfe trainieren wird. Während sein Manager Peet van Zyl ankündigte, der 26-Jährige plane die Wiederaufnahme seines Trainings, widersprach seine Familie. Oscar sei nach dem Tod seiner Freundin Reeva Steenkamp dazu noch zu traumatisiert, erklärte sein Onkel am Donnerstag.
Pistorius, der mit spektakulären Sprints auf Unterschenkelprothesen zum Star wurde, hatte seine 29-jährige Freundin am Valentinstag in seinem Haus erschossen. Er beteuert, dass es ein tragisches Versehen war und er sie für einen Einbrecher gehalten habe. Er wurde des Mordes angeklagt, kam aber auf Kaution frei. Ende März wurden die strikten Auflagen etwas gelockert: Pistorius erhielt seinen Pass zurück und darf im Ausland an Wettkämpfen teilnehmen - vorausgesetzt, er teilt den Behörden seine Reisepläne eine Woche vorher mit.

Nach Angaben seines Managers denkt der 26-Jährige inzwischen wieder über eine Aufnahme seines Trainings nach. Pistorius glaube, dass ihm das Training und ein damit verbundener „geregelter Tagesablauf“ gut tun werde, sagte van Zyl am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Konkrete Pläne habe er derzeit aber nicht.

Seine Familie erklärte, Pistorius sei zu traumatisiert, um an eine Wiederaufnahme des Trainings für Wettkämpfe zu denken. „Oscar ist noch zu keinem offiziellen Trainingsprogramm zurückgekehrt. Das mag sich in der Zukunft ändern, doch liegt die Entscheidung darüber allein bei ihm“, erklärte nun sein Onkel Arnold Pistorius. „Er hat uns allen klargemacht, dass er zum jetzigen Zeitpunkt darüber weder nachdenken kann noch will“.

Es habe am Mittwoch ein Treffen mit Oscar, Teilen seiner Familie und seinem Trainer gegeben, erklärte der Onkel weiter. „Wir haben ihn alle ermutigt, seinen Sport wieder aufzunehmen, um seine Psyche wieder zu stabilisieren.“ Tatsächlich sei er inzwischen ein paar Mal wieder gelaufen, doch sei ihm das sehr schwergefallen. „Jedes Mal musste er hart mit sich kämpfen, um überhaupt vor die Türe zu gehen“.

Pistorius hatte es durchgesetzt, dass er vergangenen Sommer als erster unterschenkelamputierter Athlet bei den Olympischen Spielen in London antreten durfte. Im August finden nun in Moskau die Leichtathletik-Weltmeisterschaften statt. (AFP)

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