Spurhalte-Assistenten im Test : Vibrieren oder Piepen?

19.09.2012 18:11 Uhrvon
Es blinkt, es piept oder es vibriert - Die Spurhalteassistenten der verschiedenen Hersteller verfolgen unterschiedliche Strategien, um den Fahrer zu warnen. Die Probanden waren nicht von allen Ideen angetan. Foto: ADAC
Es blinkt, es piept oder es vibriert - Die Spurhalteassistenten der verschiedenen Hersteller verfolgen unterschiedliche Strategien, um den Fahrer zu warnen. Die Probanden waren... - Foto: ADAC

Schnell mal nach den Kindern auf der Rückbank geschaut oder am Navi rumgespielt und plötzlich sieht man auf der Gegenfahrbahn in die Scheinwerfer eines entgegenkommenden Autos. Solche Szenarien resultieren oft in schlimmen Unfällen. Die Spurhalte-Assistenten sollen solche Fälle verhindern. Doch nicht alle warnen sinnvoll und effektiv, wie ein Test zeigt.

Wird rechtzeitig gewarnt, kommt das Signal auch beim Fahrer an und erfolgt gar ein eigenständiger Lenkeingriff? Diesen Fragen ist der ADAC nachgegangen und hat die Spurhalte-Assistenten sieben verschiedener Hersteller auf den Prüfstand gestellt. Der Test wurde zweigeteilt durchgeführt. Auf der einen Seite hatten normale Autofahrer als Probanden das Wort und auf der anderen Seite beurteilten Experten des Automobilclubs die Assistenten. Dabei konnte sich nicht jedes System bewähren.

In der Gesamtwertung, bei der die Urteile beider Seiten zu 50 Prozent einflossen, schnitt der Assistent des 5ers von BMW am besten ab. Der Lenker der Münchner Oberklasse-Limousine vibriert rechtzeitig, intensiv genug und auch bei schlechten Fahrbahnmarkierungen. Schlechte Noten, auf der Seite der Probanden sogar die Schulnote "Vier", erhielten die Systemen von Mazda, Citroën und der Assistent aus dem Volvo V60. Der neuere Volvo-Assistent aus dem V40 erhielt hingegen bessere Noten und kam auch bei den Probanden auf eine "Drei".

Audi überzeugt im Toten Winkel

Bemängelt wurden unkonventionelle Warnungen, die besonders bei den Probanden nicht immer gut ankamen. Beim Citroën DS5 zum Beispiel vibriert der Sitz, was zahlreiche Fahrer irritierte. Auch akustische Geräusche, wie etwa Piep-Töne, kamen bei den Autofahrern nicht gut an. Auf dem zweiten Platz landete das System aus dem Mercedes CLS, dessen Lenkeingriff und Vibration als angenehm und angemessen empfunden wurde. Platz drei ging an das System im Volvo V40.

Rein optische Systeme haben einen gravierenden Nachteil: Sie werden nicht rechtzeitig gesehen. Deshalb kombiniert Volvo die Anzeige mit einem Vibrieren am Lenkrad. Foto: ADAC
Rein optische Systeme haben einen gravierenden Nachteil: Sie werden nicht rechtzeitig gesehen. Deshalb kombiniert Volvo die Anzeige mit einem Vibrieren am Lenkrad. - Foto: ADAC

Neben den Spurhalte-Assistenten prüfte der ADAC auch die Warnsignale von Totwinkel-Warnsystemen. Diese alarmieren den Fahrer, wenn die Spur gewechselt wird, obwohl sich ein Fahrzeug im so genannten "Toten Winkel", also in dem vom Außenspiegel nicht erfassbaren Bereich hinten neben dem Fahrzeug, befindet. Hier konnte sich das System von Audi durchsetzen, dass sowohl eine gut erkennbare optische Warnung, als auch ein akustisches Signal erzeugt.

Die Ergebnisse im Überblick:

Grafik: ADAC

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