Staatliche Kampagne : Tod auf Rezept in Bangladesch

Mit einer landesweiten Behandlungskampagne mit Vitamin A und Wurmmitteln hat die Regierung in Bangladesch ein Drama ausgelöst: Ein Kind starb, 400 sind erkrankt.

DhakaEin sechsjähriges Mädchen und ein weiteres Kind sollen nach der Einnahme von Vitamin-A-Kapseln und Mitteln gegen Würmer gestorben, mindestens 400 Kinder anschließend zum Teil schwer erkrankt sein, berichtet die Zeitung Daily Star. Die genaue Ursache sei bislang unklar.

Gesundheitsminister Ruhal Haque ordnete eine umfassende Untersuchung an. Allerdings stritt er in einer aktuell angesetzten Fragestunde des Parlaments ab, dass der Tod der beiden Kinder mit der Gesundheitskampagne in Zusammenhang stünde. Die Eltern hätten ihm versichert, dass die Kinder keine Vitamin-A-Kapseln genommen hätten. Einige Leute würden das Gerücht streuen, die Einnahme von Vitamin-A-Pillen führe zum Tod und Kinder sollten stattdessen Tamarinden-Wasser trinken. Die erkrankten Kinder würden schnell wieder gesund.

In Bangladesch werden Kinder schon seit Jahrzehnten bei groß angelegten Aktionen mit Wurmkuren und Vitamintabletten behandelt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO und das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen Unicef haben die Gesundheitskampagne unterstützt. Die Zeitung Daily Star zitiert aus einer Pressemitteilung, die beide Organisationen gemeinschaftlich herausgegebenen haben. Danach seien die am 6. Juni verabreichten Mittel von zuverlässigen Pharma-Firmen gekauft worden. Auch seien zu diesen Mitteln keine schweren Nebenwirkungen bekannt.

WHO und Unicef betonten, dass mit der Gabe von Vitamin-A-Kapseln und Wurmkuren über Jahre das Leben vieler Kinder gerettet werden konnte. Vitamin A unterstützt das Immunsystem, die Wurmkuren verhindern Unterernährung und Auszehrung.

ZEIT ONLINE, sp, dpa

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