Staatsbesuch : Dalai Lama trifft Carla Bruni-Sarkozy

China findet Treffen mit dem Dalai Lama gar nicht gut. Und da Frankreichs Premier Sarkozy es sich nicht verscherzen will mit dem Land des Lächelns, sagte er ein Treffen mit dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter ab - und schickte seine Frau.

Dalai lama
Frankreichs First Lady Carla Bruni und der Dalai Lama. -Foto: AFP

ParisDer Dalai Lama ist zum Ende seines politisch heiklen Besuchs in Frankreich doch noch mit Regierungsvertretern und auch mit Präsidentengattin Carla Bruni-Sarkozy zusammengekommen. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter sei "in Frankreich immer willkommen", sagte Außenminister Bernard Kouchner nach dem Treffen bei einer Tempeleinweihung im Süden des Landes. Bruni-Sarkozy richtete laut einem Sprecher des Dalai Lama Grüße von Präsident Nicolas Sarkozy aus, der nach Protesten Chinas nicht mit dem Friedensnobelpreisträger zusammentraf.

Die "einzige Lösung" für China, sich in der internationalen Gemeinschaft Respekt zu verschaffen, sei "der Weg hin zur Demokratie", sagte der Dalai Lama laut einem Sprecher gegenüber Kouchner. Der geistliche Führer habe nochmals betont, "wie schwerwiegend die Situation in Tibet" sei, nachdem chinesische Soldaten dort im März einen Aufstand niedergeschlagen hatten.

China droht mit "ernsten Folgen"

Das Treffen mit Kouchner und dessen Menschenrechtsstaatssekretärin Rama Yade war das erste und einzige mit französischen Regierungsangehörigen während des Besuchs. China hatte dem französischen Präsidenten mit "ernsten Folgen" gedroht, sollte er den Dalai Lama während der Olympischen Spiele treffen. Auch Kouchner hatte ein ursprünglich geplantes Treffen erst abgesagt und dies mit Terminschwierigkeiten wegen des Kaukasus-Konflikts begründet.

Die Spannungen zwischen China und Frankreich waren entstanden, nachdem Proteste gegen die chinesische Tibet-Politik den Olympia-Fackellauf in Paris massiv gestört hatten. Sarkozy hatte nach der Niederschlagung der Proteste in Tibet im März zudem lange gezögert, seine Teilnahme an der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Peking zuzusagen. Französische Unternehmen sahen sich daraufhin Boykottaufrufen in China ausgesetzt.

Französische Vertreter der Journalistenorganistaion Reporter ohne Grenzen (RSF) kritisierten am Freitag nochmals Sarkozy für seine Teilnahme an der Olympia-Eröffnungsfeier. Dies habe gezeigt, "wie sehr er in der Lage ist, sein Fähnchen nach dem Wind zu drehen", sagte RSF-Generalsekretär Robert Ménard. Er verglich den Empfang des Dalai Lama in Frankreich mit einem "Mummenschanz". Am Samstag reist der Dalai Lama, der seit dem 11. August in Frankreich ist, wieder ab. (saw/AFP)

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