Welt : Stahl + Sand = Helgoland

Ein Unternehmer will Deutschlands Hochseeinsel verdoppeln – die Behörden halten das für vorstellbar.

Helgoland
Die Computersimulationen zeigt Helgoland vor (oben) und nach der geplanten Sandaufspülung. -Foto: dpa

Hamburg - Der Hamburger Bauunternehmer Arne Weber will Helgoland mit der vorgelagerten Düne verbinden und so die Größe der Insel fast verdoppeln. Mit einer in den Meeresgrund gerammten Stahlwand sowie Sandaufspülungen sollten hundert Hektar Land gewonnen und so die beiden Teile des „Hochseejuwels“ nach fast 300 Jahren wieder verbunden werden, sagte ein Sprecher von Webers Unternehmen H. C. Hagemann. Helgolands Bürgermeister Frank Botter (SPD) sagte, die Vision sei „von der Idee her nicht falsch“ und nun zu prüfen.

Dem Unternehmenssprecher zufolge hat eine Studie des Instituts für Wasserbau der Technischen Universität Hamburg-Harburg die Machbarkeit des Projekts bereits belegt. Die Pläne sehen vor, die hinzugewonnene Fläche vor allem für den Tourismus zu nutzen. Ein neuer Strand an der Ostseite der Nordseeinsel, Liegeplätze für Kreuzfahrtschiffe, ein Golfplatz, neue Häuser und Hotels könnten entstehen. Auch lasse sich dann die Landebahn des Flughafens verlängern, um diesen auch für größere Maschinen und somit zusätzliche Besucherströme erreichbar zu machen. Bisher können Helgolandgäste nur mit Kleinflugzeugen oder per Schiff anreisen.

„Dies ist keine Vision, es ist machbar“, sagte Weber der Zeitung „Die Welt“. Zwei Jahre dürften die Arbeiten demnach dauern und 80 Millionen Euro kosten. Die Pläne sehen dem Unternehmenssprecher zufolge eine einen Kilometer lange Stahlwand als „Bollwerk gegen die Nordwestströmung, gegen die Stürme“ sowie Sandaufschüttungen vor. Einen Sockelfelsen gebe es bereits, zudem sei das Wasser an dieser Stelle lediglich sieben Meter tief. Es gebe „keine andere Chance, die Insel zu einem attraktiven Seebad zu machen“, sagte Weber. Zur Finanzierung sei ein Fonds „im Verbund mit anderen Investoren“ angedacht.

Bürgermeister Botter sagte, eine solche Erweiterung Helgolands könne „Räume für die touristische Fortentwicklung“ der einzigen deutschen Hochseeinsel schaffen. Bei der derzeitigen Erarbeitung eines Tourismuskonzepts sei auch bereits über eine Verbindung zwischen beiden Inselteilen – allerdings in Form einer Brücke – beraten worden. „Vielleicht muss man ruhig einmal in größeren Dimensionen denken.“ Die Gemeinde müsse dies aber zunächst in Ruhe prüfen und dabei auch den Naturschutz und die zwischen beiden Inselteilen verlaufende Bundeswasserstraße berücksichtigen.

Das schleswig-holsteinische Umweltministerium teilte mit, eine Realisierung des Vorhabens erscheine aus wasserwirtschaftlicher Sicht „vorstellbar“. AFP

0 Kommentare

Neuester Kommentar