Startverschiebung : Discovery bleibt am Boden

Schlechte Wetterbedingungen haben für eine Verschiebung des ersten Nachtstarts einer US-Raumfähre seit der "Columbia"-Katastrophe im Februar 2003 gesorgt.

Cape Canaveral - Die Raumfahrtbehörde unterbrach am US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida am Donnerstagabend nur wenige Minuten vor dem geplanten Start den bereits angelaufenen Countdown. Der Start sei wegen einer zu dichten und zu niedrigen Wolkendecke kurzfristig gestoppt worden, sagte Nasa-Sprecher Bruce Buckingham. Als neuer Starttermin wurde der Samstag um 20.47 Uhr Ortszeit (Sonntag 2.47 Uhr MEZ) festgesetzt. Allerdings könnte das Wetter der Nasa erneut einen Strich durch die Rechnung machen.

Nach den jüngsten Vorhersagen lag die Wahrscheinlichkeit für geeignete Startbedingungen zum neuen Starttermin nur bei 30 Prozent. Möglicherweise wird deshalb der Discovery-Start erneut verschoben. Die Nasa hatte zuvor ein Zeitfenster bis zum 17. Dezember festgelegt. Danach gibt es erst im Januar wieder eine Startmöglichkeit.

Wetterbedingungen sind entscheidend

Die Wetterbedingungen sind für die Starts der US-Raumfähren im Falle von Pannen von großer Bedeutung. So sind gewisse Mindestsichtbedingungen wichtig, falls die Raumfähre nach dem Start eine sichere Notlandung auf dem Raumfahrtgelände einleiten muss. Bei Starts im Tageslicht können die Außenkameras am Shuttle und an der Abschussrampe besser erkennen, ob die Fähre Teile der empfindlichen Außenisolierung verliert. Dies galt als Ursache für das Columbia-Unglück, bei dem sieben Astronauten ums Leben kamen. Die bislang drei Flüge nach dem Absturz der Columbia im August 2005 sowie im Juli und im September diesen Jahres waren allesamt bei Tageslicht gestartet.

Während ihrer zwölftägigen Mission sollte die Discovery unter anderem eine Metallstruktur für den Ausbau der Iss befördern und an der Raumstation montieren. An Bord gehen sieben Astronauten, darunter zwei Frauen. Mit dem 49 Jahre alten Crister Fuglesang fliegt erstmals ein schwedischer Astronaut in den Weltraum. Beim Rückflug sollte die Fähre den deutschen Astronauten Thomas Reiter mit zur Erde zurücknehmen, der seit Juli an Bord der Iss ist. (tso/AFP)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben